Mobbing in der Schule: Maßnahmen und Unterrichtsmaterial

Mobbing in der Schule ist insbesondere seit es Cybermobbing gibt ein wachsendes Problem. Wir stellen fünf Methoden vor, mit denen Lehrkräfte ihre Schüler aufklären und für Mobbing-Handlungen sensibilisieren. Das passende Unterrichtsmaterial gibt es in der meinUnterricht.de-Bibliothek.

 

Mobbing in der Schule – jeder sechste 15-jährige Schüler in Deutschland musste das laut der neuesten PISA-Studie schon am eigenen Leibe erfahren.

Auch Cybermobbing – das Mobbing über Internet und Soziale Medien – wird durch den wachsenden technologischen Fortschritt und der immer stärkeren Verbreitung von Smartphones zu einer Gefahr für Jugendliche – und damit auch zu einer Herausforderung für Lehrkräfte.

Wie können Lehrkräfte präventiv gegen Mobbing in der Schule vorgehen? Was können sie tun, um ihre Schüler über die Folgen von Mobbing zu sensibilisieren?

Hier fünf in der Praxis bewährte Unterrichtsideen, die sich einfach und ohne großen Materialaufwand umsetzen lassen:

 

Cybermobbing-Film: Über Folgen für Betroffene diskutieren

Nicht erst das traurige Schicksal von Amanda Todd zeigt, dass Cybermobbing eine ernste Gefahr für junge Menschen ist

Ein Weg, die SuS für Cybermobbing zu sensibilisieren und ihnen die gravierenden Folgen für die Betroffenen vor Augen zu führen, ist, mit ihnen ein Fallbeispiel zu besprechen.

Auf YouTube findet man das Video des Teenagers Luke Culhane, das zeigt, wie verletzend Cybermobbing ist. Dessen Geschichte ist zwar fiktiv, aber dennoch wuchtig und eindrücklich: 

Vertiefend zu dem Video können die Schüler im Anschluss eine Mindmap zu den Folgen von Cybermobbing erstellen und sich in Form eines kurzen Textes erste Maßnahmen zur Unterstützung von Opfern überlegen.

-> Unterrichtsmaterial zum Fall Amanda Todd und dem Thema Cybermobbing findet ihr zusammen mit weiteren Filmen für den Unterricht hier in der meinUnterricht.de-Bibliothek.

 

Mobbing-Prävention: Ein Kooperationsspiel ohne Worte

Einen Zollstock auf den Boden abzulegen, sollte kein Problem sein. Aber wie sieht es eigentlich aus, wenn das sechs Hände gemeinsam versuchen?

Bei diesem Spiel stärkt ihr den Gemeinschaftssinn und die Achtsamkeit innerhalb der Klasse und beugt so Mobbing vor.

Die Klasse wird in mehrere Gruppen à 6 Schüler aufgeteilt. Jede Gruppe erhält einen Zollstock. Die Schüler stellen sich in zwei Reihen gegenüber auf. Sie winkeln die rechten Arme an und strecken ihre Zeigefinger aus. Ein Zollstock wird nun auf die ausgestreckten Zeigefinger gelegt und soll von der Gruppe auf den Boden gelegt werden. Der Zollstock darf dabei nicht festgehalten werden und die Zeigefinger müssen immer Kontakt zum Zollstock haben. Auch darf weder gesprochen noch durch Zeichensprache miteinander kommuniziert werden.

Nach der Übung ist es wichtig, mit den Schülern über ihre Eindrücke, Erfahrungen und die gewonnene Erkenntnis zu sprechen, dass Erfolg mit dieser Übung nur möglich ist, wenn man aufeinander Acht gibt und miteinander kooperiert.

 

Die Perspektive von Mobbingopfern in der Schule einnehmen

Wer einmal selbst die Ohnmacht eines Mobbingopfers erlebt hat, wird vielleicht nie selbst zu einem Täter oder Mitläufer. Es gibt daher zahlreiche Übungen für den Unterricht, mit denen die Situation eines Betroffenen nacherlebt werden kann.

Ein Beispiel: Drei Schüler, die sich freiwillig gemeldet haben, müssen den Raum verlassen. Die restliche Klasse wird in mehrere Kleingruppen aufgeteilt. Jede Gruppe soll sich ein Gesprächsthema suchen. Danach muss jede Gruppe die Schüler, die gleich wieder in die Klasse hereingeholt werden, ignorieren und weiter über das festgelegte Thema sprechen.

Nach der vereinbarten Zeit setzt sich der Schüler, der das Opfer gespielt hat, in eine Ecke und beobachtet still das weitere Geschehen. Dieser Ablauf geht solange weiter, bis alle draußen stehenden Personen einmal die Rolle des Opfers erleben mussten. Anschließend werden die „Opfer“ nach ihren Gefühlen und Eindrücken befragt. Aber auch die Kleingruppen äußern sich zu der Frage: „Wie habt ihr euch in der Situation gefühlt?“

 

Rollenspiele gegen Mobbing in der Schule

Rollenspiele können dazu beitragen, den Mobbing-Kreislauf zu durchbrechen. Dabei ist es wichtig, sich nicht nur auf Täter und Opfer zu konzentrieren, sondern alle Akteure, die beim Mobbing eine Rolle spielen – neben Tätern und Opfern auch die Täterunterstützer, die Opferunterstützer und weitere Außenstehende – mit einzubeziehen. Mobbing wird von einer Gruppendynamik getragen – das muss man bei der Konzipierung der Rollenspiele im Hinterkopf haben.

Es gibt viele Szenarien, die sich für Rollenspiele gegen Mobbing eignen. Etwa schulnahe Szenarien wie das Mobben während der Pause auf dem Schulhof. Genauso wie eine Mobbing-Situation in einem Großraumbüro.

Jeder Spielende erhält seinen eigenen Namen und Charakter. Die Charakterbeschreibungen können auf Rollenkarten festgehalten werden, die jeder Spielende vor dem Rollenspiel studieren muss.

Wichtig ist zudem die Auswertung danach. Die Spielenden berichten dem Publikum, wie sie sich zu verschiedenen Zeiten des Spiels gefühlt haben. Andererseits beschreibt auch das Publikum, was es beim Spielen beobachtet und empfunden hat. 

Rollenkarten zum Thema Mobbing in der SchuleRollenspiel mit Aufgabenstellung aus dem Raabe Verlag. Hier geht es zum Dokument.

 

Cybermobbing: Definition, Beispiele und Folgen mit der Placemat-Methode behandeln

Eine hilfreiche Methode, um das Thema Cybermobbing im Unterricht in Gruppen zu behandeln, ist die Placemat-Methode.

Zentrale Fragen für das Placemat könnten zum Beispiel lauten: Was versteht man unter Cybermobbing? Was kann man deiner Meinung nach gegen Cybermobbing tun?

Die Schüler setzen sich dafür in kleinen Gruppen zusammen. Jede Gruppe erhält einen großen Bogen Papier und zeichnet darauf ein „Placemat“ („Tischdeckchen“) – so sieht ein Placemat übrigens aus. Im Außenbereich des Placemat hat jeder Schüler ein eigenes Feld, in das er seine Antworten und Gedanken zu den gestellten Fragen hineinschreibt.

Nach der Einzelarbeit wird das Placemat weitergegeben, so dass jeder die Gedanken des anderen sieht.

Danach besprechen die Schüler die Ergebnisse und einigen sich auf ein gemeinsames Resultat, das sie in das mittlere Feld schreiben. Alle Teilnehmer setzen ihre Unterschrift darunter. Zum Schuss präsentieren sie ihr Ergebnis vor der Klasse.

Das Thema Mobbing in der Schule mit der Placemat-Methode bearbeitenMit der Placemat-Methode das Thema Mobbing in der Schule bearbeiten. Hier geht es zum Unterrichtsmaterial als dem Raabe Verlag.