5 Feedback-Methoden für den Unterricht in der Schule

5 Feedback-Methoden für den Unterricht in der Schule

Feedback ist wichtig – für Schüler ebenso wie für Lehrer – auch wenn’s manchmal weh tut. Warum es sich lohnt und wie es geht – inklusive fünf Methodentipps für konstruktives Feedback.

 

Feedback ist die wichtigste Einflussgröße, um den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern (SuS) zu verbessern – so der bekannte Bildungsforscher John Hattie. Gutes Feedback gibt uns wertvolle Aufschlüsse über uns selbst und darüber wie andere uns sehen. Dazu trainiert es die Kooperations-, Kommunikations- und Teamfähigkeit im Klassenzimmer. Auch steigert regelmäßiges Feedback die Motivation der SuS: Sie fühlen sich ernst genommen, ihre Kritik wird gehört und sie können mitgestalten.

Hattie betont, dass Feedback keine Einbahnstraße ist. Vielmehr muss es ein Geben und Nehmen zwischen Lehrenden und Lernenden sein. Das Feedback, welches Lehrkräfte an ihre SuS geben, ist genauso wichtig wie das Feedback der SuS untereinander und an die Lehrperson. Hier findet ihr daher 5 Methoden für Lehrende und Lernende, die sich ohne großen Aufwand in der Schule anwenden lassen.

 

Feedback mit Signalfarben: Die Feedback-Ampel 

Die Feedback-Ampel erfordert etwas Bastelarbeit, ist danach jedoch einfach umzusetzen. Ihr großer Vorteil ist, dass sie eine unmittelbare Rückmeldung im laufenden Unterricht ermöglicht. Sie eignet sich gut für den Einsatz in der Grundschule.

Und so wird’s gemacht: Die SuS basteln ihre Ampeln selbst, indem sie drei Flächen aus Karton im A4-Format falten und mit rotem, gelbem und grünem Papier bekleben. Alternativ können auch Dreiecks-Pyramiden gebastelt werden – jede Fläche in einer anderen Farbe – die dann auf den Tischen der SuS stehen. Im laufenden Unterricht kann die Lehrkraft Zwischenfragen stellen und die SuS auffordern, ihr Verständnis mittels ihrer Ampel anzuzeigen. Rot: Habe nichts verstanden. Gelb: Kann nur mit Mühe folgen. Grün: Habe alles verstanden. So kann die Lehrkraft ggf. ihr Lerntempo an die SuS anpassen oder besonders schweren Themen mehr Aufmerksamkeit schenken. Auch am Ende der Unterrichtseinheit kann die Ampel zum Einsatz kommen, um zusammenfassendes Feedback einzuholen. Hier beschreibt Classroom-Management Experte Christoph Eichhorn, in welchen Unterrichtssituationen die Ampel noch zum Einsatz kommen kann.

 

Feedback auf die schnelle Art: One-Minute-Paper

Mit dem One-Minute-Paper lassen sich Lernergebnisse und offene Fragen erheben. Es eignet sich für alle, die schnell ein schriftliches Feedback einholen wollen, das sie später in Ruhe durchlesen können.

Und so wird’s gemacht: Am Ende der Einheit bekommen die Lernenden Karteikarten. Auf der einen Seite sollen sie etwas Positives, auf der anderen etwas Negatives über die Einheit notieren. Dafür haben sie nur eine Minute Zeit. Um es ihnen etwas leichter zu machen, kann man auch konkrete Fragen an die Feedbackgeber stellen (Was hat dir gefallen/nicht gefallen? Was hast du verstanden/nicht verstanden?), die sie dann auf ihren Karteikarten beantworten sollen.

 

Feedback ins Schwarze: Die Feedback-Zielscheibe

Die Feedback- oder auch Evaluationszielscheibe ist flexibel einsetzbar und eignet sich dafür, ein schnelles Gruppen-Meinungsbild zu einzelnen Themen einzuholen.

Und so wird’s gemacht: Der Lehrende formuliert ein bestimmtes Thema oder eine Frage als Titel der Zielscheibe (z. B.: Wie fandest du die letzte Unterrichtsstunde?). Der Kreis wird in verschiedene Abschnitte unterteilt und zu jedem Abschnitt ein Themenbereich vorgegeben, zu dem die SuS Feedback geben sollen (z. B.: Inhalte, Methoden, Lernklima etc.). Die SuS kleben oder zeichnen nun kleine Punkte in die Zielscheibe. Der Mittelpunkt bedeutet absolute Zustimmung; je weiter außen, desto negativer ist die Einschätzung.

feedback-methoden evaluationszielscheibeMaterialempfehlung aus der meinUnterricht-Bibliothek: Über die Zielscheibe geben die SuS Feedback zu verschiedenen Aspekten eines Themas oder einer Unterrichtseinheit.

 

Feedback mit Symbolen: Koffer, Mülleimer und Fragezeichen

Mit dieser Methode holen Lehrende anonymes Feedback zu einer Unterrichtsstunde, einer Unterrichtseinheit oder einem Referat ein. Sie ist für SuS ab 10 Jahren geeignet.

Und so wird’s gemacht: Auf dem Fußboden werden drei unterschiedlich gefärbte A4-Bögen mit je einem Symbol (Koffer, Mülleimer, Fragezeichen) gelegt. Der Koffer ist für die Antworten zu: Was habe ich mitgenommen, gelernt, was war neu und interessant, was hat Spaß gemacht? Der Mülleimer: Was hat mir nicht gefallen, was war langweilig und uninteressant? Und das Fragezeichen: Welche Fragen habe ich noch an die Lehrenden?

Danach erhalten die SuS einen Stift und drei Karten mit den zu den A4-Bögen passenden Farben. Nun gibt jeder eine schriftliche Beurteilung ab und legt die Karten in die dazu passenden Symbole.

 

Feedback wie bei Asterix: Das Römisches Urteil  

Daumen hoch oder runter – was beim alten Caesar Leben oder Tod für die Gladiatoren bedeutete, steht im Klassenzimmer für eine unblutige, dafür schnelle Feedback-Runde.

Und so wird’s gemacht: Nachdem die Lernenden z. B. ein Referat beendet haben, holen sie sich von der Gruppe ihr Feedback mit dem Römischen Urteil ein, also über Daumen hoch oder runter. Man kann allgemeine Fragen (Wie hat euch das Referat gefallen?), aber auch ganz spezifische (Habe ich laut genug gesprochen?) stellen. Damit das Urteil nicht verloren geht, werden die Stimmen gezählt und per Strichliste dokumentiert. 

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