Unterrichtsmaterialien Geschichte: Ganze Werke
247 MaterialienIn über 247 Dokumenten und Arbeitsblättern für das Fach Geschichte findest du schnell die passenden Inhalte für deine nächste Stunde. Jetzt kostenlos testen und mehr Materialien nach der Anmeldung entdecken!
Geschichte
Sekundarstufe II
Auswählen
Auswählen
Gesamtwerk
Einführung in die Wirtschaftsgeschichte
Krisen, Globalisierung oder Ungleichheit bestimmen die tagespolitischen Debatten. Viele der drängenden ökonomischen Fragen unserer Gegenwart lassen sich nur richtig einordnen, wenn sie als Resultat längerfristiger Entwicklungsverläufe angesehen werden. Die Beschäftigung mit Wirtschaftsgeschichte ist darum für ein besseres Verständnis der modernen Welt unerlässlich. Roman Köster führt in die zentralen Themen, Methoden und Theorien der Wirtschaftsgeschichte ein. Er behandelt die wirtschaftshistorischen Kernthemen wie Industrialisierung, Krisen oder Konsum, bezieht aber auch Aspekte wie Technik oder Umwelt ein, die traditionelle wirtschaftshistorische Perspektiven erweitern.
Gesamtwerk
Wirtschaftspolitische Chronik der Bundesrepublik Deutschland 1949–2019
Die wirtschaftspolitische Entwicklung nachvollziehen und verstehen. Die Bundesrepublik Deutschland ist 70 Jahre alt. Ein guter Grund, um die Wirtschaftspolitik der letzten sieben Dekaden im Detail Revue passieren zu lassen – von der Flüchtlings- und Vertriebenenproblematik über den Marshallplan, das Wirtschaftswunder, die Ölkrisen, die Flüchtlings- und Migrationskrise bis hin zum Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten. Ullrich Heilemann und Markus Kaufhold stellen die wichtigsten wirtschaftspolitischen Ereignisse tagesgenau vor und zeichnen auf diese Weise die wirtschaftspolitische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland detailliert nach. Der Anhang des Buches stellt darüber hinaus wichtige ökonomische Kennzahlen vor, beispielsweise zur wirtschaftlichen Entwicklung, dem Arbeitsmarkt, der Staatstätigkeit und der Geldpolitik. Ein Nachschlagewerk und auch eine Wirtschaftsgeschichte in Daten für Studenten der Wirtschaftswissenschaften, der Politikwissenschaft und der Geschichte sowie für Journalisten, Wirtschaftspolitiker und wirtschaftspolitisch Interessierte.
Gesamtwerk
Urteilen im Geschichtsunterricht
Das historische Urteilen, lange ein kaum traktiertes Feld des Geschichtsunterrichts, gerät in den letzten zehn Jahren immer mehr in den Fokus der Fachdidaktik und wird auch in den Lehrplänen immer prominenter. In einigen Bundesländern ist ausgehend von den Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Fach Geschichte (EPA 2005, S. 4) in den neueren Lehrplänen von einer Urteilskompetenz die Rede. Auf Historikertagen häufen sich die Sektionen zum Thema Historisches Urteilen (z.B. 2010, 2014 und 2018), in der fachdidaktischen Forschung gibt es zunehmend Arbeiten zum Thema und auch die Fachzeitschriften thematisieren das Urteilen. Während die Politikdidaktik eine Reihe von spezifischen Kategoriensystemen für die Urteilsbildung im Fachunterricht entwickelt hat (z.B. Detjen, Kayser/Hagemann u.a.), greift der Geschichtsunterricht oftmals auf ältere Modelle zurück (z.B. Weymar, Jeismann). Holger Thünemann hat hier jüngst den Bereich des Werturteils weiter ausdifferenziert, indem er beim Werturteil zwischen Valenz- und Relevanzurteilen unterscheidet: Valenzurteile bewerten das Vergangene nach unseren Wertmaßstäben, Relevanzurteile beurteilen die Bedeutung des zu Bewertenden für unsere Gegenwart und Zukunft (vgl. Thünemann, in: GWU i.E.). Angesichts der Wichtigkeit des Anforderungsbereiches III für das historische Lernen verwundert es kaum, dass sich in den Kollegien der Ruf häuft, griffige Fortbildungen zum Urteilen präsentiert zu bekommen. Das ist verständlich, denn Urteilen ist ein schwieriges Geschäft. Da die empirische Forschung noch in den Anfängen steckt, sind lediglich Annäherungen an das Urteilen möglich. Gleichzeitig verspricht diese noch offene Situation eine gewisse Kreativität und eine flexible Vielfalt in den Lösungsansätzen, von denen wir einige in diesem Heft vorstellen wollen. Alle drei Artikel verbindet Gemeinsames: Die hohe Bedeutung des Urteilens für den Kern des Geschichtsunterrichts, das historische Denken zu lernen, steht außer Frage. Gleichzeitig verbindet sie ein Unbehagen über die curriculare Hilfestellung zur Bearbeitung dieses Arbeitsfeldes. Die schon von Jeismann festgestellte Verschränkung von Sach- und Werturteil wird akzeptiert, aus methodischer Hinsicht gibt es bei allen das Anliegen, beide Operationen zu trennen, um damit klare Schritte des Vorgehens im Unterricht einüben zu können. Alle drei Beiträge elementarisieren Vorgänge, entweder indem sie Kernoperationen des Argumentierens zur Problemlösung herausarbeiten (Nitsche, Bräuer u. Scheller), die Modularisierung von Aufgaben explizit zum Werturteil darlegen (Peters) oder drei Typen für die Anlage von Urteilsaufgaben vorstellen, die deren Analyse erleichtern sollen und Qualitätskriterien anbieten (Hasenberg). Alle Beiträge sind praxisorientiert, wollen das Schreiben fördern und nutzen tatsächlich erprobte oder im Abitur eingesetzte Aufgabentypen, um ihre jeweiligen Vorschläge zu veranschaulichen, den Umgang damit zu analysieren (Hasenberg am Beispiel des nordrhein-westfälischen Zentralabiturs u.a.) oder zu kritisieren (Peters am Beispiel des niedersächsischen Zentralabiturs 2017). Die offenen Fragen richten sich vor allem an die Gestalt des Sachurteils. Für das Werturteil liegt ein klarer methodischer Vorschlag mit einem Bezugsrahmen von Wertmaßstäben vor, der sogar einen unverzichtbaren Nexus von Sach- und Werturteil in Frage stellt (Peters). Die Gestalt des Sachurteils bekommt aber lediglich eine gewisse Aufmerksamkeit, wenn mit Bezug auf Jeismann deren Eigenart als „Kontextualisierung eines historischen Faktums oder Sachverhalts“ (Peters) genannt wird, die die „Bedeutung von Vergangenem“ in den Blick nimmt (Nitsche, Bräuer u. Scheller). Eine klare Struktur mit Kriterien, wie es z.B. das niedersächsische Kerncurriculum einfordert , ist nur in Ansätzen sichtbar, wenn z.B. Ursache und Wirkung (Nitsche, Bräuer u. Scheller) genannt werden. Auf Jeismann aufbauend sollten hier ähnlich wie beim Werturteil noch weitere Überlegungen angestellt werden, denn letztlich zielen Sachurteile immer auf das Verstehen historischer Sachverhalte oder Ereignisse, wobei es hier nicht um ein „Verständnis für etwas“, sondern um ein „Verständnis von etwas“ geht. Zu begrüßen sind in den drei Beiträgen die konkreten Hilfestellungen, die sogar bis hin zur Impulsgebung im Unterricht reichen können. Wichtig erscheint der mehrfach deutlich werdende Schwerpunkt auf den Bewusstwerdungs- und Reflexionsprozess, der bei den Schülerinnen und Schülern auch in der Metareflexion einsetzen soll. Er erscheint für einen schülerorientierten, das historische Denken fördernden modernen Geschichtsunterricht unverzichtbar, der – zu Recht – immer öfter auch geschichtskulturelle Phänomene und ihre medialen Vermittlungsformen in den Blick nimmt. Die Redaktion möchte mit diesem Heft die Diskussion zum Urteilen anregen und ist dankbar für weiterführende Beiträge zum Thema, die in unserer Zeitschrift ihren Ort finden sollen.
Testen kostet nichts
Probiere meinUnterricht 14 Tage lang aus. Kündigst du während deiner Probezeit, entstehen für dich keine Kosten.
Gesamtwerk
Die Französische Revolution
"Revolution ist der Krieg der Freiheit gegen ihre Feinde!" Dieser Ausspruch stammt von Maximilien de Robespierre, der für die Terrorherrschaft steht und mit seinem Tun das Bild einer Revolution, die ihre eigenen Kinder fraß, prägte. In der Unterrichtseinheit analysieren und bewerten die Lernenden genau diesen Prozess, den Robespierre in seinem Ausspruch beschreibt: Wer nicht für die Revolution war, war gegen sie und hatte mit nachhaltigen Sanktionen zu rechnen. Dabei war doch erstaunlich, wie das Motto der Gleichheit auf grausame Weise umgesetzt wurde: Absolut jeder Mensch lief Gefahr durch eine Unachtsamkeit Opfer der Guillotine zu werden – egal, ob Magd oder absolutistischer König.
Gesamtwerk
Das 19. und 20. Jahrhundert
Die Reihe Orientierung Geschichte ist eine Basisbibliothek für Studienanfänger der Geschichtswissenschaft. Hier finden sie das Rüstzeug für die obligatorischen Einführungskurse in die historischen Epochen und die Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft. Konzentriert auf Europa informiert der Band zum 19. und 20. Jahrhundert über Kolonialismus und Dekolonialisierung, Industrialisierung und sozialen Wandel, Revolutionen und Ideologien.
Verwandte Themen
Gesamtwerk
Täter des Holocaust
„Vergangenheitsbewältigung“ ist ein großer Begriff, der schon lange in der öffentlichen Diskussion Deutschlands steht und dies auch noch bleiben wird. Es geht um ein Aufarbeiten und Auseinandersetzen mit dem Völkermord während des Dritten Reiches. Es geht darum, aufzudecken, zu ordnen und zu verarbeiten. Und letztendlich darum, als demokratischer Staat mit Verantwortung und Weitsicht in die Zukunft gehen zu können. Die öffentliche Reaktion auf die Verbrechen war lange Zeit nicht sehr groß, wurde aber durch die Auschwitz-Prozesse in Frankfurt Anfang der 60er Jahre entfacht. Erst jetzt wurde ein Bewusstsein geschaffen für die Sinnhaftigkeit und die Dringlichkeit einer Vergangenheitsbewältigung über die eigentlichen Prozesse und Verurteilungen hinaus. Und diese Diskussion führen die Schüler mit einem Fallbeispiel, indem sie darüber debattieren, ob das Grab eines ehemaligen SS-Offiziers eingeebnet werden soll oder bleibt und er sogar eine Gedenktafel als Opfer des NS erhält.
Gesamtwerk
Ideas on democracy
“The greatest of all evils is a weak government.” (Benjamin Disraeli). Mit dieser und weiteren Aussagen wichtiger Persönlichkeiten beschäftigen sich Ihre Oberstufenschüler in der Thesenrallye zum Thema „government“. Mithilfe von zehn Thesenkarten erarbeiten, diskutieren und beurteilen die Lernenden Grundideen der Politik in Stationen- und Gruppenarbeit.
Gesamtwerk
Popular Sovereignty?
In dieser Einheit werden sich die Lernenden mit den Ursachen, der Ereignis- und Ideengeschichte, der politischen Terminologie sowie mit kontroversen Bewertungen der Französischen auseinandersetzen. Dazu werden sie zum einen ausgewähltes repräsentatives Quellenmaterial unterschiedlicher Gattungen analysieren, zum anderen aber auch Historikerdarstellungen lesen und sich dabei etwas grundsätzlicher mit dem Problem, wie komplexe historische Vorgänge linear strukturiert sprachlich dargestellt werden können, befassen. Insofern lernen die Schülerinnen und Schüler in dieser Einheit sowohl inhaltlich, methodologisch, sprachlich und auch ansatzweise geschichtsphilosophisch dazu.
Gesamtwerk
Aspekte der Geschichtskultur
Computerspiele mit historischem Hintergrund werden immer beliebter und haben prägenden Einfluss auf die Vergangenheitsvorstellungen Jugendlicher und junger Erwachsener. Am Beispiel des Dokumentarmodus des im Alten Ägypten spielenden „Assassin’s Creed: Origins“ untersucht Mathias Herrmann mit fachwissenschaftlichem und fachdidaktischem Blick, welches Potential das Medium Computerspiel für den Geschichtsunterricht hat. Die geschichtskulturelle Abhandlung von Manuel Köster untersucht am Beispiel des Hermannsmythos die politische Instrumentalisierung einer „empirisch nicht triftigen Narration“ (J. Rüsen) im „langen 19. Jahrhundert“. Dabei werden die Verwendung des Mythos und seine Veränderungen unter wechselnden politischen Vorzeichen zur antinapoleonischen, antifranzösischen, antikatholischen oder völkischen Agitation dargestellt. Der diachrone Vergleich verschiedener Quellengattungen zeigt dann das heuristische Potential für die Analyse des gesellschaftlichen Umgangs mit Geschichte auf. Anhand zweier neuer Großsynthesen erörtert Herfried Münkler in seinem Aufsatz grundlegende Fragen einer modernen Geschichte des Krieges. Eine mögliche Perspektive privilegiert die Frage, wie Kriege gehegt, wenn möglich verhindert werden können. Wer die Geschichte Europas vom ausgehenden 17. Jahrhundert bis 1990 so erzählt, muss freilich manches ausblenden, etwa die Verlagerung exzessiver Gewalt an die (z.T. koloniale) Peripherie. Welchen Wert das Lernen der Europäer für Gegenwart und Zukunft in einer globalisierten Welt haben kann, muss zweifelhaft bleiben. Zu diskutieren ist ferner die Annahme, zeitweilige Konjunkturen des Krieges hätten die europäische Entwicklung in Richtung auf Fortschritt beschleunigt. Dem gegenüber steht eine ‚kältere‘, analytischere Sicht, die sich nicht auf die europäische Neuzeit beschränkt, sondern generell den Wandel des Krieges in Abhängigkeit von der Naturbeherrschung des Menschen studiert. Dieser sozio-ökonomische bzw. -ökologische Zugriff, der als Leitstruktur die Trias von Wildbeuter-, Agrar- und Industriegesellschaft zugrunde legt, kann langfristige Prozesse erhellen und zu einer universalgeschichtlichen Typologie des Krieges gelangen. Freilich ist diese Perspektive nicht leicht durchzuhalten, zumal wenn es die beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts zu erklären gilt. Der Beitrag von Jörn Rüsen zielt darauf, die strikte Opposition von „Standardisierung oder Pluralisierung“ durch eine „Standardisierung der Pluralisierung“ zu ersetzen. Ausgehend von Art. 1 GG gibt die Menschenwürde als universelle Norm dem Geschichtsunterricht eine kulturdifferenzübergreifende anthropologische Grundlage und Ausrichtung. Empirisch weitet diese Norm den historischen Blick auf die Menschheit und ihre vielfältige Ausprägung der Lebensformen in Raum und Zeit. Dabei bezieht sich unser kulturell verpflichtendes Verständnis der Menschenwürde auf den individualisierten einzelnen Menschen als Person; es schließt Anerkennung wie Kritik ein. Die auch geschichtsdidaktisch relevante Frage nach der deutschen Identität widerspricht dem nicht, wenn diese durch eine ausgeprägte Offenheit gegenüber Strittigkeit und Zukunft sowie einen inneren Bezug auf eine transnationale Menschheit definiert wird. Die Geschichtsdidaktik hat nur dann die Chance, einer Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken, wenn sie die (deutsche) Nation angemessen thematisiert.
Gesamtwerk
Zweimal 70 Jahre - Bundesrepublik und DDR
Die friedliche Revolution in der DDR und der blutige Regimewechsel in Rumänien bilden die Gegenpole in der Geschichte des Umbruchs von 1989/90. Sie markieren – zwischen Kerzendemonstration und Massenerschießung – das politische Handlungsspektrum, in dem sich der Sturz der kommunistischen Diktaturen vollzog. Die Folgen für die gesellschaftlichen Umwandlungsprozesse waren schwerwiegend und prägen die Erinnerung an „1989“ bis heute. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag von Peter Ulrich Weiß die historischen Ursachen für die Gewaltabkehr bzw. die Gewalteskalation. Der Aufsatz von Manfred Kittel misst „Erfolg“ oder „Misserfolg“ der Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus in der Bundesrepublik vor allem an deren Bedeutung für die politische Stabilität der zweiten deutschen Demokratie. Aus diesem Grunde herrschte anfänglich ein robuster Pragmatismus des wechselseitigen „Beschweigens“ (H. Lübbe) vor; das nur auf diesem Wege für erreichbar gehaltene Ziel demokratischer Stabilität stand allerdings von Anfang an in einem Spannungsverhältnis zu weitergehenden moralischen Erwartungen nicht nur auf Seiten der NS-Opfer. Die weitere Entwicklung war dann seit den 1980er-Jahren von einer zunehmenden Moralisierung geprägt. Wer nach der Stabilität der zweiten deutschen Demokratie fragt, muss über den Umgang mit den unmittelbaren Folgen der NS-Diktatur hinaus zudem mittelbare, im weiteren Sinne mentalitätsgeschichtliche Folgen dieser Vergangenheit für die großen Linien der Politik der Bundesrepublik bedenken. „Sonderfall Ostdeutschland?“ Zum Demokratieverständnis in Ost und West Die Demokratie gilt besonders in Ostdeutschland als gefährdet. Viele Statistiken suggerieren, dass die Ostdeutschen nicht in der Demokratie angekommen seien. Der Artikel von Frank Bösch differenziert diese spektakulären Meldungen. So wird deutlich, dass in vielen Bereichen die Unterschiede zwischen Ost und West gering groß sind und es eine deutliche Annäherung bei der Demokratieakzeptanz gibt. Weniger akzeptiert ist etwa in Ostdeutschland nicht die Demokratie, sondern deren Umsetzung. Abschließend wird hinterfragt, wie aussagekräftig die Unterteilung in Ost und West ist.
Gesamtwerk
So fern und doch so nah?
Lohnt sich die Beschäftigung mit dem Mittelalter überhaupt noch? Der Philosoph Odo Marquard hat diese Frage mit einer provozierenden Antwort bejaht, denn – so Marquard – „je neuzeitlicher die Neuzeit wird, desto nötiger werden die Mediävisten“. Der Rückblick auf das Mittelalter kann dabei eine doppelte Funktion haben: Entweder das Mittelalter zeigt uns eine ganz andere Welt als die unsere und ermöglicht uns so, die heutige Welt schärfer zu sehen, oder das Mittelalter zeigt uns eine nur oberflächlich andere Welt, dahinter aber werden Strukturen und Verhaltensweisen sichtbar, die unserer Welt ähnlich sind, und ermöglicht auch so, den Blick auf unsere Welt zu schärfen.
Gesamtwerk
Bedrohte Ordnungen
Das Begriffspaar „Bedrohte Ordnungen“ scheint vielen unwillkürlich auf unsere Gegenwart zu passen. Jenseits von solchen Assoziationen ist damit ein historisch fundiertes wissenschaftliches Forschungskonzept verbunden, das an einem gleichnamigen Tübinger Sonderforschungsbereich entwickelt wird. Der erste Aufsatz bietet eine kurze Einführung in die damit verbundenen Ansätze. Der zweite Beitrag zeichnet die Entwicklung des Kalten Krieges als Folge einer Bedrohungswahrnehmung in Nordamerika und Westeuropa nach. Der dritte Beitrag schließlich widmet sich dem Problem, wissenschaftliche Forschung in die Unterrichtspraxis einzubringen. Das zentrale Medium sind hierbei die vom SFB „Bedrohte Ordnungen“ erhobenen Quellen, die in narrative Kontexte eingebunden werden sollen. Als innovatives Instrument erweist sich hier insbesondere das Konzept der Bedrohungskommunikation als tauglich. Exemplarisch werden damit drei gängige Quellen aus dem „Kalten Krieg“ analysiert und eingeordnet. Als eine der zentralen Fragen ergibt sich daraus, ob dahinter eine reale Bedrohung steht oder ob diese erst durch die Bedrohungskommunikation geschaffen wird. Dies kann als interessanter Ansatz für einen Lebensweltbezug eingesetzt werden und erhält dadurch Bedeutung für die Orientierung der Schülerinnen und Schüler. Gegenüber schnell präsentierten Forderungen, Schülerinnen und Schüler mittels eines neuen Faches gegen Desinformation und Manipulation durch absichtliche Falschmeldungen („Fake News“) zu immunisieren, erinnert Elisabeth Erdmann an das Potential des Faches Geschichte, spielen in diesem doch seit langem der kritische Umgang und die Interpretation von Quellen eine wichtige Rolle. Ihr Aufsatz rekapituliert im Längsschnitt den Einsatz von Quellen im Geschichtsunterricht und in den Schulbüchern bis heute.
Gesamtwerk
Historische Fotografien
Bildquellen im Allgemeinen und Fotografien im Speziellen sind keine objektiven Abbildungen der Wirklichkeit. Ihre vermeintliche Authentizität und Ähnlichkeit mit dem Abgebildeten sind vielmehr das Resultat von zuvor getroffenen Entscheidungen: Mit welcher Absicht sollen welche Ziele mit der Aufnahme erreicht werden? Anhand von vier Schlüsselbildern aus dem 20. Jahrhundert geht dieser Beitrag der Frage nach, wie Fotografien zu analysieren sind und welche Bedeutung insbesondere ihre Nutzungs- und Wirkungsgeschichte besitzt.
Gesamtwerk
Erinnerungskultur im Wandel
Heldenbücher, Eiserne Bücher, Ehrenchroniken. Bücher als Denkmäler des I. Weltkriegs Gedenkbücher sind eine unbeachtete Quellengattung zur deutschen Memorialkultur des Ersten Weltkriegs. Die Gemeinden wollten bald nach Kriegsbeginn und vermehrt nach Kriegsende ihre gefallenen Männer mit einer buchartigen Auflistung würdigen. Vorläufer gab es seit den Befreiungskriegen als Heldenbücher“, doch nun sollte statt der Taten der Tod allein zur Ehre gereichen. Aufgrund der Kosten kamen weniger eigengefertigte Unikate als in ansehnlichen Auflagen vorproduzierte Formate in Frage, die chronologisch mit Angaben zu den Toten gefüllt wurden (Auflagengedenkbücher). Zum Thema Erinnerungskultur außerdem: Ein Beitrag zur Niederschlagung des Herero-Aufstandes als Thema im Geschichtsunterricht und zwei Forumsbeiträge zum Thema Gedenkstättenbesuche. Mit dem Volksdiktator aus dem Legitimitätsdilemma? Cäsarismus und historische Kommunikation Im Sinne einer historischen Kommunikation spielte der Rückbezug auf die Antike auch bei der Konstruktion, Begründung und Benennung politischer Ordnungen bzw. Herrschaftsmodelle eine wichtige Rolle. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde in diesemSinn der heute weitgehend vergessene Begriff des Cäsarismus intensiv diskutiert: ein politisches System, das „auf der theoretischen Grundlage der Volkssouveränität eine der cäsarischen Gewalt der antiken Römerzeit ähnliche Machthaberschaft an die Stelle der modernen konstitutionellen Monarchie zu setzen sucht“ (Meyers Konversationslexikon 1905). Der Aufsatz skizziert wesentliche Etappen der Gebrauchsgeschichte dieses Konzeptes, das zunächst in Frankreich starken Widerhall fand, aber auch in Deutschland debattiert wurde. Zu erwägen ist, ob nicht historisch belegbare und gewichtige Merkmale des Cäsarismus sowie die Diskussion über ihn hilfreich sein könnten, auch bestimmte Züge und Tendenzen in (noch) demokratischen politischen Kulturen unserer Zeit genauer zu identifizieren sowie geschichtlich zu relationieren.
Gesamtwerk
Absolutism and Enlightenment
Im Rahmen dieser Unterrichtseinheit zur Geschichte des Absolutismus und der Aufklärung lernen die SuS Dokumente zu analysieren und sie in ihren historischen Kontext einzuordnen, über Absolutismus und Aufklärung als Auslöser gesellschaftlicher Umstürze zu diskutieren sowie ihren eigenen Standpunkt in Bezug auf ein historisches Thema zu vertreten.
Testen kostet nichts
Probiere meinUnterricht 14 Tage lang aus. Kündigst du während deiner Probezeit, entstehen für dich keine Kosten. 🚀