Wer lehrt, der lernt? Über Wertschätzung im Lehrberuf

Diese Illustration zeigt eine Lehrkraft, die vor einer Klass steht und die Arme freudig nach oben streckt. Im nun folgenden Blogpost geht es um das Image des Lehrberufs und wie du dein Selbstwertgefühl selbst aktiv steigern kannst.

In diesem Blogpost möchten wir genauer beleuchten, welches Image der Lehrberuf heute hat und was du daraus – für dich selbst und andere – lernen kannst.

Bei meinUnterricht ist unser höchstes Ziel, dich als Lehrerin oder Lehrer nicht nur in deiner täglichen Arbeit zu entlasten, sondern dich außerdem zu empowern. Uns ist es wichtig,  dass du für deine Arbeit angemessen wertgeschätzt und als das anerkannt wirst, was du bist: ein unverzichtbarer und prägender Mensch im Leben von Kindern und Jugendlichen. Leider scheint das noch immer nicht vollständig in den Köpfen der Menschen verankert zu sein.

Schließ einmal die Augen und stell dir diese Frage: Fühlst du dich in deinem Beruf wirklich gewürdigt? Wertgeschätzt? Anerkannt? Als Lehrerin oder Lehrer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du mit Nein antwortest, höher als in vielen anderen Berufen. Doch damit nicht genug: eine Umfrage der Varkey Foundation ergab, dass nur 20 % der deutschen Bevölkerung ihrem Kind empfehlen würden, Lehrerin oder Lehrer zu werden. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber Fakt ist: der Lehrberuf hat ein Imageproblem – zumindest hierzulande.

Das Image des Lehrberufs hier und anderswo

Schulkinder in der indischen Stadt Rameswaram posieren für ein Foto. Indien belegt international den Spitzenplatz, wenn es um den Ruf von Lehrkräften geht. Vieles spricht dafür, dass sozialer Aufstieg dort direkt mit Lehrerinnen und Lehrern verknüpft wird.

© Church of the king / Unsplash

Schauen wir in andere Länder, verfestigt sich das Bild. In den meisten Staaten Europas sind Lehrerinnen und Lehrer wesentlich höher angesehen. Den Spitzenplatz belegen asiatische Staaten wie China, Südkorea oder Indien. Die Vermutung: dort wird sozialer Aufstieg direkt mit Bildung, der Schule sowie den Lehrkräften verknüpft. Allerdings sind in diesen Ländern auch Privatschulen viel stärker verbreitet als beispielsweise in Deutschland wo der Besuch einer öffentlichen Schule der Regelfall ist.

Dazu passen Studienergebnisse, die Deutschland bei der Bildungsgerechtigkeit gerade mal im unteren Mittelfeld der Industrieländer sehen. Die Schule sollte also auch hier eine deutlich größere Rolle beim Bildungserfolg von Kindern spielen. Den Fehler dafür bei den Lehrerinnen und Lehrern zu suchen, führt allerdings in die Irre. Es handelt sich vielmehr um einen Systemfehler, der leider auch negativ auf das Image des Lehrberufs einzahlt. Aktuelle Statistiken zeigen sogar, dass Gewalt und Drohungen gegen Lehrerinnen und Lehrer immer mehr zunehmen, weil Eltern der Meinung sind, ihr Nachwuchs werde ungerecht behandelt.

Lehrermangel verwässert das Berufsbild

Der grassierende Lehrermangel spielt auch eine Rolle: Medienberichte über Quereinsteiger suggerieren, dass heute jeder irgendwie zum Lehrer/zur Lehrerin werden kann. Kein gutes Omen für ein ohnehin schon angekratztes Berufsbild. Manche erinnern sich vielleicht noch an den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder. Er bezeichnete Lehrer und Lehrerinnen in einem Interview gegenüber SchülerInnen als “faule Säcke”. Viele haben das bis heute nicht vergessen.

Bei der Arbeitszeit sind deutsche LehrerInnen an der Spitze

Dabei zeigt ein Ergebnis der Varkey-Studie ebenfalls, dass deutsche Lehrerinnen und Lehrer bei der Arbeitszeit mit durchschnittlich 45 Stunden pro Woche einen Spitzenplatz einnehmen. Nur in Großbritannien arbeiten Lehrkräfte mit 51 Stunden noch mehr. Auch du weißt bestimmt, wie zeitintensiv die Unterrichtsvorbereitung und das Korrigieren sein können. Außerdem werden die Klassen immer heterogener, was für dich bedeutet, dass du noch individueller auf deine Schülerinnen und Schüler eingehen musst. Kein leichtes Los also für alle, die Lehrerin oder Lehrer werden möchten.

Über Geld spricht man nicht? Wie Lehrer bezahlt werden

Ein 1-Euro-Stück unter eine Lupe ist vor einem blauen Hintergrund zu sehen. Lehrkräfte in Deutschland sind im internationalen Vergleich gut bezahlt. Allerdings gibt es Unterschiede je nach Schulform. Welche das sind, erfährst du im nun folgenden Kapitel.

© Markus Winkler / Unsplash

Dabei gehören Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland zu den am besten bezahlten Lehrkräften in ganz Europa. Obwohl es auch hier Unterschiede gibt: Gymnasiallehrer und -lehrerinnen verdienen nämlich wesentlich mehr als Grundschullehrer und -lehrerinnen. Gerecht ist das eigentlich nicht, denn warum sollte die Arbeit an einer Grundschule weniger Wert sein als in der Oberstufe? Trotzdem ist die Diskrepanz von schlechtem Image zu guter Bezahlung auffällig, vor allem im internationalen Vergleich.

Lehrer, na und? So steigerst du dein Selbstwertgefühl 

Nach soviel Kritik wird es jetzt aber Zeit, uns auch den schönen Seiten des Lehrerberufs zuzuwenden. Wir haben drei besondere Videos für dich herausgesucht, die dir ein Lächeln auf die Lippen zaubern werden. Image hat nämlich immer auch etwas mit Selbstwert zu tun. Und diesen kannst du selbst am besten beeinflussen. 

Gute Lehrerinnen essen Äpfel 

“A great teacher thinks like a kid but acts like an adult.”

Der Autor und Lehrer Azul Terronez berichtet in diesem TEDTalk von einem erstaunlichen Studienergebnis. 26.000 Schülerinnen und Schüler wurden darin gefragt, was für sie eine gute Lehrkraft ausmacht. Der häufigste Satz war dieser: “Gute Lehrerinnen und Lehrer essen Äpfel”. Seltsam, oder? Klingt eher nach Äpfeln und Birnen, also etwas, das nicht unbedingt zusammenpasst. Dann startete Azul Terronez den Selbstversuch. Er begann, in der Schule regelmäßig Äpfel zu essen: im Flur, während des Unterrichts, auf dem Pausenhof. Auf einmal bekam er selbst welche von seinen Schülerinnen und Schülern geschenkt. Der Apfel wurde zum Symbol einer Verbindung zwischen Lehrkräften und den SuS. Dieses schöne Bild zeigt dir, wie eine kleine Geste einen großen Unterschied machen kann.

Was Lehrerinnen und Lehrer über Schüler denken

Manchmal tut es einfach nur gut, die Perspektive zu wechseln. Wir sprechen die ganze Zeit darüber, wie Lehrerinnen und Lehrer gesehen werden. Doch wie denkst du eigentlich über deine SuS? Dieses erfrischende Video der YouTube-Reihe “AufKlo” dreht den Spieß um und lässt eine Lehrerin zu Wort kommen. Was denkt sie über ihre Schülerinnen und Schüler? Worüber muss sie schmunzeln? Welche Gesprächsthemen gibt es im Lehrerzimmer?

Ehrlich gesagt…

…darfst du auch einfach mal lachen. Der Youtube-Channel “Bored Teachers” beschäftigt sich nämlich mit allem, was Lehrerinnen und Lehrer sonst so nicht sagen. Was wäre, wenn du einmal ehrlich mit deinen Schülerinnen und Schülern sein dürftest? Wirf dein Berufsethos einmal über Bord und sieh die Welt mit den Augen von Mr. Mack. 

 

 

 

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