Zeitmanagement-Tipps für Lehrkräfte: Wie man Aufgaben stressfrei und zeitsparend erledigt

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Die nächste Stunde muss vorbereitet, die letzte Klassenarbeit korrigiert und der kommende Elternabend organisiert werden – kein Wunder, dass viele Lehrkräfte unter dieser Fülle von Aufgaben ächzen. Stress und im schlimmsten Fall Burnout sind die Folgen. Unsere Tipps für ein bewusstes und systematisches Zeitmanagement zeigen, wie man dieser Falle entgehen kann.

 

Wer kennt das nicht: Man steht vor einem Berg von Arbeit und weiß nicht mehr, wo man anfangen soll. Oder man erledigt alles auf den letzten Drücker und gerät in Zeitnot. Nicht nur Lehrkräfte haben mit diesen Herausforderungen zu kämpfen. Auch schon vor Kapitalismus und Digitalisierung haben Menschen damit zu kämpfen gehabt – und nach Lösungen durch Zeitmanagement gesucht. Der Legende nach benutzte Karl der Große markierte Kerzen, um sich seine Zeit sinnvoll einzuteilen. Und Napoleon beantwortete angeblich seine gesamte Korrespondenz erst nach sechs Wochen, in der Hoffnung, dass sich dadurch vieles von selber erledigen würde.

Hier stellen wir fünf Zeitmanagement-Tipps vor, die sich insbesondere im Lehrerberuf bewährt haben:

 

1. Lege dir Zeitfenster für deine Aufgaben fest und halte dich an sie

Dies ist die erste und wichtigste Regel eines guten Zeitmanagements: Man sollte für die Erledigung einer Aufgabe nur die Zeit aufwenden, die einem dafür zur Verfügung steht. Ein Beispiel: Man legt im Rahmen seiner Unterrichtsvorbereitung fest, dass man für eine Internetrecherche 10 Minuten investiert. Und dann hält man sich an diesen Plan. Kein Abschweifen, keine zusätzliche Recherche, egal wie verlockend es sein mag. Denn nur so ist es gewährleistet, dass man für die folgenden Aufgaben keine Zeit opfert.

Insbesondere den Perfektionisten unter uns mag diese Regel missfallen. Doch es ist ein Fehler zu glauben, dass man mit mehr Zeit auch automatisch bessere Ergebnisse erzielt. Oft ist eher das Gegenteil der Fall, denn mit der Erhöhung der investierten Zeit steigt auch das Frustrationspotenzial über das Ergebnis, das nie so perfekt sein kann, wie wir es uns wünschen, was wiederum zu noch mehr investierter Zeit und noch mehr Frustration führt …

 

meinunterricht_zeitmanagement_quote_2 Um ein gutes Zeitmanagements anwenden zu können, braucht es eine gute kurz- und mittelfristige Aufgabenplanung.

 

2. Erledige die Aufgaben sofort anstatt sie auf später zu verschieben

Der „berühmte“ Berg an Aufgaben sollte erst gar nicht anwachsen. Der wirksamste Weg, um ihn klein zu halten, besteht darin, die Aufgaben so schnell wie möglich zu erledigen. Dies gilt insbesondere für die Kleinstaufgaben, also solche, die zur Erledigung nur wenige Minuten benötigen. Sie sollten nach dem Sofort-Prinzip so schnell wie möglich abgehakt werden. Türmen sie sich nämlich einmal, steigt der Stresspegel. Das Nicht-Erledigen macht uns nervös und blockiert uns bei den wirklich wichtigen Aufgaben.

Also, einfach ein „Nein“ zum Prokrastinieren sagen und stattdessen dem guten alten Sprichwort folgen: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht …

 

3. Schritt für Schritt kommst du besser ans Ziel

Studien zeigen, dass Menschen nicht in der Lage sind, zwei oder mehrere Aufgaben, die hohe Konzentration erfordern, gleichzeitig zu erledigen. Unser Gehirn ist einfach nicht auf Multitasking ausgelegt. Man sollte es daher vermeiden, neben der Korrektur der Klassenarbeiten noch die Internetrecherche für die nächste Stunde zu machen und gleichzeitig noch den nahenden Elternabend zu organisiert. Stattdessen einfach konsequent eine Aufgabe nach der nächsten abarbeiten. Dies ist nicht nur effizienter, sondern erhöht auch die persönliche Zufriedenheit, weil jede erledigte Aufgabe ein kleines Erfolgserlebnis mit sich bringt.

 

4. Bring Ordnung ins Papierchaos

Papier gehört immer noch zum Lehrerdasein wie Tafel und Kreide. Die vielen organisatorischen Aufgaben, die es zu erledigen gilt – Notenlisten verwalten, Klassenbücher überprüfen, Arbeitsblätter kopieren etc. – führen oft zu einem wahnwitzigen Papier- und Zettelchaos, das irgendwie gemanagt werden will. Und wer schon einmal vor einem großen, chaotischen Haufen Papier gesessen hat, weiß, wie beunruhigend dieser Anblick sein kann.

Anstatt sich daher erst in der letzten Ferienwoche dem Chaos des vergangenen Schuljahres zu widmen, ist es essentiell, die Papiere nach ihrem Gebrauch sofort abzulegen, indem man konsequent analoge Ablageformen (Ablagefächer, Hängehefter) und digitale (PC, Festplatte) nutzt. Wie zum Beispiel eine digitale Ablagestrategie für Lehrkräfte mittels Tags, Tags, Tags aussehen kann, ist hier nachzulesen.

 

5. Zieh eine Trennlinie zwischen Arbeit und Freizeit

meinunterricht_zeitmanagement_quote_1 Genauso wichtig wie eine effiziente Nutzung der Arbeitszeit ist das Abschalten während der Freizeit.

Dies ist der vielleicht am schwierigsten umzusetzende Punkt von allen. Lehrkräfte arbeiten zu einem großen Teil von zu Hause aus und dies führt oft dazu, dass die Distanz zur Arbeit schwindet. Es gibt immer noch etwas zu tun, sei es den Test zu kontrollieren oder die Notenliste für den Elternsprechtag noch schnell auszudrucken. Abschalten fällt schwer, wenn einem die Dinge direkt vor der Nase liegen.

Wie lässt sich das ändern? Zum einen kann man versuchen, seinen Arbeitsplatz mehr und mehr in die Schule zu verlegen. Zum Beispiel, indem man sich mit Kollegen ein Büroraum teilt. Zum anderen sollte man in den eigenen vier Wänden eine räumliche und zeitliche Trennung zwischen Arbeit und Privat umsetzen. Etwa, indem man den Arbeits-PC nicht für private Zwecke nutzt (genauso wie den privaten Rechner nicht für Arbeitszwecke) oder die Tür zum Arbeitszimmer nach Feierabend verschließt. Klingt hart, ist aber wichtig, um den Kopf frei zu bekommen und die Kraft zu tanken, die man für den nächsten Tag im Klassenzimmer wieder braucht.

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