Die Selbsteinschätzung der Schüler fördern und nutzen

Lernen Schüler die Selbsteinschätzung der eigenen Stärken und Schwächen, wirkt sich das positiv auf den Unterricht aus. Wir stellen 5 Methoden vor, mit denen Lehrkräfte die Selbsteinschätzung Ihrer Schüler fördern können.

In der Schule ist die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung nicht nur in Zeiten der Notenvergabe eine wichtige Kompetenz. Lernen Schülerinnen und Schüler, den Prozess und das Ergebnis der eigenen Arbeit zu reflektieren, bereitet das den Boden für eine individuelle Förderung und einen nachhaltigen Unterricht. Die folgenden fünf Unterrichtsmethoden, mit denen Lehrkräfte die Selbsteinschätzung Ihrer SuS fördern können, lassen sich auf viele Fächer und Themen übertragen. Zum Herunterladen das Unterrichtsmaterials und der Druckvorlagen einfach auf die jeweiligen Bilder klicken. 

1. Selbsteinschätzungsbogen: Mit dem Smiley-System zum Durchblick

Eine beliebte und unkomplizierte Form, um eine Selbsteinschätzung der Schüler zu erhalten, sind Selbsteinschätzungsbögen. Sie leiten die Kinder etwa durch ein Smiley-System dazu and, ihre Stärken und Schwächen in Bezug auf ihr Können und Arbeitsverhalten selbst einzuschätzen und zu beurteilen. Lehrkräfte wie Eltern erkennen aus den Bögen den Förderbedarf und können mit entsprechendem Übungsmaterial reagieren. Auch hier gibt es jede Menge fix und fertiges Material von Fachverlagen, die einen Selbsteinschätzungsbogen häufig in ihre Unterrichtsreihen integrieren. Oder ihr nutzt unsere Blanko-Vorlage, die ihr beliebig anpassen könnt.

Selbsteinschätzungsbogen Schüler Vorlage

2. Lernlandkarte – Selbsteinschätzung durch Eroberung:

Mittels einer Lernlandkarte wird selbst das langweiligste Thema zu einem Abenteuer, denn die SuS „erobern“ ein Thema für sich. Nicht nur in der Grundschule sorgt die Lernlandkarte als Methode zur Förderung der Selbsteinschätzung für jede Menge Spaß beim Erlernen und erarbeiten von neuen Themen.

Gemeinsam eine Lernlandkarte erstellen

Selbst eine Lernlandkarte zu erstellen stärkt das Bewusstsein für Zusammenhänge und aufeinander aufbauende Fähigkeiten. Und so gehts: Auf der Basis des Lehrplans erstellen die SuS mit Hilfe vorgegebener oder selbst formulierter Sätze Themeninseln die sie anschließend auf einer Landkarte anordnen.

Als Vorlage für die Themeninseln können z.B. vorformulierten Ich-kann-Sätzen dienen („Ich kann zwei Zahlen schriftlich addieren“, „Ich kann Aufgaben zum großen 1×1 im Kopf lösen“). Die verschiedenen Inseln werden von den SuS auf der Karte so angeordnet, wie sie ihrer Meinung nach thematisch zueinander gehören. Dabei sind der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt (ein paar besonders schöne Beispiel gibt es hier).

Danach schraffieren die SuS die Inseln in unterschiedlichen Farben: grün, wenn sie die Themen gut kennen; gelb, wenn sie sie mittelmäßig kennen; rot, wenn sie sie gar nicht kennen. Die Lernlandkarte wird dann monatlich erneuert und die verschiedenen Inseln von den SuS nach und nach erobert.

Lernlandkarte mit Vorlage

Viele Verlage bieten auch bereits zu bestimmten Themengebieten eine Lernlandkarte als Vorlage an. Vorgefertigte Lernlandkarten eignen sich besonders für schnelle Einstiege und Überblicke. Die SuS sehen auf einen Blick, was auf sie zukommt und die Lehrperson erhält nach der Bearbeitung ein erstes aussagekräftiges Bild über den Kenntnisstand innerhalb der Klasse.

lernlandkarten

 

3. Blitzlicht-Methode: Selbsteinschätzung im Schnelltest

Die Blitzlicht-Methode für den Unterricht (oder auch Blitzlichtrunde) ist eine einfache und schnelle Form der Selbstreflexion. Im Stuhlkreis formulieren die SuS, was sie entdeckt und gelernt haben, was ihnen leicht oder schwer gefallen ist. Die Blitzlicht-Methode kann sowohl als Einstieg als auch zum Abschluss einer Stunde genutzt werden.

Und so geht’s: Die Lehrkraft gibt einen Impuls vor, z.B. mit Hilfe von Reflexionskarten (siehe unten), zu dem die SuS in aller Kürze nacheinander ihre Empfindungen und Gedanken zum Ausdruck bringen. Wichtig: Jedes Kind sollte sich äußern. Und: Die Äußerungen werden von den anderen SuS weder kommentiert noch bewertet.

4. Selbsteinschätzung mit Impulsen: Reflexionskarten

„Wie war’s denn?“ – Wo Erwachsene meist schnell eine Antwort finden, tun sich Kinder oftmals schwer. Kein Wunder – Reflektieren und Begründen will eben erst gelernt werden. Reflexionskarten, die man beispielsweise in der Mitte eines Stuhlkreises ausbreitet und die dann nacheinander von den SuS umgedreht werden, sind dabei eine große Hilfe. Sie strukturieren das Gespräch und stellen sicher, dass wichtige Inhalte auch berücksichtigt werden. Und sie helfen den SuS, Gelerntes zu reflektieren und leichter ganze Sätze zu bilden.

Auf den Reflexionskarten stehen Sätze wie: „Besonders gut gefallen hat mir …“, “Nicht verstanden habe ich …”, “Für das nächste Mal wünsche ich mir …”. Die Karten lassen sich für die verschiedensten Anlässe gebrauchen: Vom Stimmungsbild über die Reflexion von Arbeitsphasen bis hin zu Themengesprächen. Hier geht es zu unseren kostenlosen Druckvorlagen:

Reflexionskarten mit Satzanfängen

Feedback Reflexionskarten

Auch Bildsymbole oder Emojis lassen sich für Reflexionskarten verwenden: Die SuS wählen ein Karte, die beispielsweise zu ihrer aktuellen Stimmung bezüglich der Fragestellung passt und äußern sich anschließend dazu.

5. Schüler interviewen Schüler: Selbsteinschätzung Face-to-Face

Im persönlichen Austausch lernen die SuS, noch differenzierter und sorgfältiger zu argumentieren und reflektieren. Es empfiehlt sich, das Gespräch in mehrere Abschnitte zu gliedern (z.B. zum Lernprozess und Lerninhalt). Ein Schüler ist der Interviewer, der andere der Interviewte. Nach einer festgelegten Zeit wechseln sie die Positionen. Ausgehend von den vertrauten Satzmustern z.B. aus den Blitzlichtrunden stellen die SuS der jeweiligen Situation und dem Partner angemessene Fragen.