Achtsamkeit im Klassenzimmer: Macht das Lehren leichter

Meditation als Unterrichtshilfe? Was vielleicht esoterisch klingt, ist wissenschaftlich längst bewiesen. Hier erklären uns die Macher der Mediations-App 7Mind, wie Achtsamkeit im Klassenzimmer SchülerInnen und Lehrkräften helfen kann.

Lehrer sein macht Freude, na klar. Doch der Lehrerberuf kann auch ganz schön anstrengend sein. Wenn die Konzentration und Bereitschaft der Kinder nachlässt, zerrt eine Schulstunde schon einmal an den Kräften. Wenn die Schüler sich dann noch untereinander das Leben schwer machen und die Lehrkraft nebenher Konfliktschlichtung und psychologische Beratung leisten muss, kann die Schule zur echten Belastung werden.

Für Auszeiten und ruhige Momente scheint in der Hektik des Schulalltags nie Zeit zu sein. Doch Studien zeigen, dass es sich lohnt, regelmäßige Ruheübungen in den Unterricht zu integrieren, etwa mit Achtsamkeitstraining. Denn Übungen wie Meditation geben Schülern neue Werkzeuge an die Hand, um ihre Konzentration zu steuern, ihre Gefühlswelt besser zu verstehen und Konflikte zu lösen. Effekte, die langfristig nicht nur die Leistungen verbessern, sondern auch das Klassenklima und so den Lehrerinnen und Lehrern die Arbeit erleichtert.

Ablenkungen aus, Konzentration an

Schon uns Erwachsenen fällt es oft schwer, uns über längere Zeit zu konzentrieren. Doch für Kinder wimmelt es im Alltag nur so vor Ablenkungen: Vielleicht tuschelt der Nachbar ihnen leise etwas zu, sie hören vom Gang Stimmen oder kurz vor der Pause den eigenen Magen knurren. Das verlockende Smartphone im Rucksack macht es nicht leichter, bei der Sache zu bleiben. Wenn dann auch noch einige Schulstunden hinter ihnen liegen, können auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit der Konzentration leicht mal ein Bein stellen. Als Lehrperson ist man da oft machtlos. Denn egal wie kompetent und motiviert man ist, wenn die Schüler nicht konzentriert und aufnahmefähig sind, vergeudet man wertvolle Zeit, während der zu Stoff nicht weniger wird. Das Ergebnis: Noch mehr Druck und Stress für beide Seiten.

Doch die gute Nachricht: Konzentration lässt sich üben. Achtsamkeitstraining stärkt die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit zu steuern und Ablenkungen nicht so leicht nachzugehen. Denn nichts anders heißt “Achtsamkeit”: Alle Konzentration auf den Moment zu richten und sich von ablenkende Gedanken nicht stören zu lassen. Meditation ist hierfür eine besonders effektive Übung und bringt Schülern bei, innerliche und äußerliche Impulse zwar wahrzunehmen aber sich in ihnen nicht zu verlieren. Geistiges Abschweifen, ob zum Nachbarn oder zur bevorstehenden Pause, können die Schüler mit etwas Übung leichter  verhindern werden und ihre Konzentrationsfähigkeit steigt. Durch regelmäßige Meditation im Unterricht können Lehrkräfte somit Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Das wirkt sich auf Dauer positiv auf die Hausaufgaben, Prüfungen aber auch auf den Unterricht selbst aus. Und darüber freuen sich am Ende natürlich beide Seiten.

Achtsamkeit im Unterricht: Handreichungen und Unterrichtsideen

 

Mit gesundem Klassenklima zum Lernerfolg

Jede Lehrkraft weiß, wie stark sich auch das Klassenklima auf den Lernerfolg auswirken kann. Manchmal sind es einzelne Schüler, manchmal aber auch ganze Gruppen, die eine Klassendynamik ausmachen und so den Lernerfolg der Klasse beeinflussen. Besonders problematisch sind Fälle von Mobbing oder sozialer Ausgrenzung. Sie können schnell ein feindliches Klima für die ganze Klasse erzeugen, denn die Auswirkungen beschränken sich meist nicht auf das Opfer der Ausgrenzung selbst. Auch andere Schüler, besonders schüchterne und ängstliche, können dadurch negativ beeinflusst werden und sich schlimmstenfalls gar nicht mehr in den Unterricht trauen.

Um ein gesundes und produktives Klassenklima zu schaffen, bedarf es vor allem sozialer Fähigkeiten wie Emotionaler Intelligenz und Empathie, aber auch Selbstbewusstsein. Meditation bietet Lehrkräften die Möglichkeit, soziale Fähigkeiten auf spielerische Weise mit ihren Schülern zu trainieren und zu fördern. Regelmäßige Meditation hilft Kindern, sich nach innen zu fokussieren und ihre Emotionen besser zu verstehen. So werden sie auch aufmerksamer und achtsamer für die Gefühle ihrer Mitmenschen. Dauerhaft lernen Schüler so, Verschiedenheiten weniger zu werten und Konflikte leichter zu lösen. Durch Meditation trainieren Schüler also grundlegende soziale Fähigkeiten, die ein gesundes Klassenklima fördern. So entsteht für Schüler wie Lehrpersonen ein Raum, in dem Lernen Spaß macht und Potenziale entfaltet werden können.

In neuen Bahnen denken – Kreativ und lösungsorientiert 

Engagierte Lehrkräfte kennen das Gefühl: Man bereitet sich vor, versucht den Lernstoff so einfach und spannend wie möglich zu vermitteln, und doch schauen einen am Ende verwirrte Augen an. Lehrer fragen sich dann oft, ob die Inhalte einfach zu schwer oder langweilig sind, oder die Schüler zu langsam und ideenlos. Tatsache ist, dass Konzentration und Motivation alleine nicht ausreichen. Schüler müssen auch die Fähigkeit besitzen, in neuen Bahnen zu denken und Wissen aufzunehmen, das komplexer ist als das, was sie bereits gelernt haben. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Schulfächer wie Mathematik, Physik oder Chemie bei vielen Schülern erst einmal Panik und Verwirrung auslösen.

Eine Fähigkeit, die dabei besonders gefordert ist, ist kreatives Denken – etwas, das durch regelmäßige Meditation ebenfalls gestärkt wird. Denn Meditation schafft zunächst einmal geistige Klarheit und Freiraum im Kopf. Um in neue Denkweisen einzutauchen und originelle Gedanken zu entwickeln, benötigt unser Gehirn diesen Raum. Neurowissenschaftler konnten inzwischen belegen, dass regelmäßige Meditation direkt zur Problemlösungsfähigkeit beiträgt. Achtsamkeitstraining in Schulen ist daher der ideale Helfer für Schüler und Lehrpersonen, auch bei besonders herausfordernden Fächern.

Momente der Ruhe für dich selbst

Während Schüler auch einmal eine Schulstunde durchhängen können, wird als Lehrkraft jede Stunde voller Einsatz erwartet. Jedes Kind möchte individuell betreut werden, Pausen sind nicht immer wirkliche Pausen, und im Hinterkopf schwirren die Ansprüche der Eltern herum.

Daher kann Meditation in der Schule auch für die Lehrkräfte selbst ein kleiner Alltagshelfer sein. Schon durch ein kurzes Achtsamkeitstraining können Lehrpersonen Momente der Ruhe und Gelassenheit schaffen – für sich und für ihre Schüler. Wer Meditation als kleine Pause nutzt, verschwendet dabei keine wertvolle Unterrichtszeit, ganz im Gegenteil. Eine solche Pause, ist eine Gelegenheit für Lehrer und Schüler, um die Batterien gemeinsam wieder aufzuladen und danach entspannter und produktiver zusammenzuarbeiten.

Natürlich müssen Meditation und Achtsamkeit für Schüler auf kindgerechte Weise vermittelt werden. Wer als Lehrkraft nicht gleich eine Fortbildung zum Meditationstrainer machen möchte, findet unter 7Mind Kids Meditationen, die Schüler zwischen 8 und 12 Jahren auf einfache Gedankenreisen mitnehmen und ihnen vermitteln, wie sie ihre Konzentration steuern und ihre Gefühle besser verstehen können. Die 7Mind Schulinitiative bietet Lehrkräften kostenfreien Zugang zu allen Kids-Meditationen und Materialien zum praktischen Einsatz von Achtsamkeit im Unterricht. Einfach registrieren unter: 7mind.de/schule