Spaltenmodell und Co: Differenzierte Klassenarbeiten

Spaltenmodell und Co: Differenzierte Klassenarbeiten

Binnendifferenzierter Unterricht stellt Lehrkräfte vor große Herausforderungen – auch wenn es um das Thema Klassenarbeit geht. Dabei müssen Klassenarbeiten und Differenzierung kein Widerspruch sein. Wir haben einige erfolgreiche Methoden und Materialien zur individuellen Leistungsmessung zusammengestellt.

Was differenzierte Klassenarbeiten vor allem ausmacht ist, dass sie Wahlmöglichkeiten geben. Das heißt: Nicht alle Schüler bekommen die gleichen Aufgaben, sondern jeder kann seinem persönlichen Lernstand entsprechend auswählen. Insbesondere leistungsschwächere Schüler profitieren durch diesen Ansatz. Sie erleben weniger Frustrations- und mehr Erfolgserlebnisse, wodurch der Kompetenzerwerb ihnen deutlich erleichtert wird.

Die folgenden drei Methoden bzw. Modelle differenzierter Klassenarbeiten sind „Klassiker“ der differenzierten Leistungsmessung. Sie lassen sich schulformübergreifend schon in der Grundschule anwenden und funktionieren nicht nur für das Fach Mathematik ;-)

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Binnendifferenzierung leicht gemacht: Mathe-Klassenarbeiten mit dem Spaltenmodell.

1. Das Spaltenmodell

Eine beliebte Methode zur differenzierten Lernstandserfassung ist das Spaltenmodell. Wie der Name schon andeutet, ist dabei die Klassenarbeit zweispaltig angelegt. Bei jeder Aufgabe können sich die Schüler entscheiden, ob sie die linke oder die rechte Spalte bearbeiten wollen. Struktur und Inhalte der Aufgaben sind gleich, jedoch unterscheiden sie sich durch den Schwierigkeitsgrad. Links sind ausschließlich Aufgaben mit grundlegenden Anforderungen, rechts grundlegende Anforderungen plus erhöhte Schwierigkeitsgrade.

Für die Gesamtpunktzahl der Klassenarbeit wird die zu erreichende Höchstpunktzahl der rechten Spalte zu Grunde gelegt. Löst ein Schüler „nur“ die linke Spalte, kann er daher maximal die Note „befriedigend“ erreichen.

2. Das Sternchenaufgaben-Modell

Auch hier findet eine Aufteilung in zwei Teile statt. Der erste, größere Teil der Arbeit macht rund zwei Drittel aus und besteht aus Aufgaben mit grundlegenden Anforderungen. Der zweite, kleinere Teil besteht aus Aufgaben mit weiterführenden Anforderungen.

Die weiterführenden Aufgaben sind durch ein Sternchen gekennzeichnet. Die Kinder können also zuerst auf die Grundanforderungen konzentrieren und später die weiterführenden Sternchenaufgaben in Angriff nehmen.

Manchmal entsteht das Problem, dass einige der schwächeren oder langsamer arbeitenden Kinder nach zwei Dritteln der Arbeit aufhören. Sie denken, dass die Sternchenaufgaben für sie ohnehin zu schwierig sind oder sie keine Zeit mehr haben. Dem kann man entgegenwirken, indem man bei jeder Aufgabe beide Anforderungsbereiche (also ca. zwei Drittel Grundanforderungen und ein Drittel weiterführende Anforderungen) anbietet.

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Wir sind alle grundverschieden – auch beim Lernen. Differenzierter Unterricht hilft dabei, alle zu erreichen.

3. Das Aufgaben-Wahl-Modell

Beim Aufgabenwahlmodell können die Schüler aus einem Pool von unterschiedlichen Aufgaben auswählen. Beispielsweise bekommen Sie neun Aufgaben zur Verfügung gestellt und müssen daraus sechs bearbeiten. Die verschiedenen Aufgaben können gleich aber auch – je nach Schwierigkeitsgrad – unterschiedlich bewertet werden. Dabei ist es wichtig, den Schülern vorher zu erklären, dass die Aufgaben unterschiedliche Punkteanzahlen mit sich bringen.

Linkempfehlung

Weitere Ausführungen, Tipps und Methoden zum Thema differenzierte Klassenarbeiten gibt es z.B. hier:

http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/faecher/naturwissenschaften/mathematik/diffKA/Modelle_diff_Klassenarbeiten.pdf

Materialempfehlungen und Arbeitsblätter für den Unterricht

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