Andreas Gryphius (1616–1664) gehört heute zu den bekanntesten Dichtern des 17. Jahrhunderts. Seit seiner Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert wurden seine Gedichte oft als Erlebnislyrik gelesen. Die Gryphius-Rezeption der letzten Jahrzehnte betont dagegen die Rolle der Rhetorik, der Gelegenheitsdichtung und der gelehrten Darbietung religiösen und weltlichen Wissens in seinen Gedichten: Das lyrische Ich erscheint bei Gryphius eher als Repräsentant und
Sprecher einer Allgemeinheit denn als private Ich-Figur. Entdecken Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern einen Dichter, den schon Zeitgenossen dafür rühmten, dass er nicht nur ein professioneller Kenner der gängigen poetischen Regeln war, sondern sie auch besonders originell und treffsicher anzuwenden verstand!