Die Lyrikerin Hilde Domin (1909-2006) spricht in ihrem Gedicht "Unaufhaltsam" über die Macht von Wörtern: "Ein Messer trifft oft / am Herzen vorbei. / Nicht das Wort." Die Dichterin gibt damit das Thema der vorliegenden Einheit vor: Sprache kann Gewalt, kann gewaltsames Handeln sein, schlimmer noch als handgreifliche Gewalt. Domin blickt in ihrem Gedicht auf eine bestimmte Art von Wörtern. Man könnte sich somit beruhigen und meinen, wenn man sich bemüht, bestimmte Begriffe zu vermeiden, übe man keine Gewalt aus, zumindest nicht mit der Sprache. Die folgende Einheit zeigt aber, dass die Zusammenhänge viel komplizierter sind, als man üblicherweise denkt.