Als Aufarbeitung eines traumatischen Kindheitserlebnisses, in dessen Folge Louis Malle sich lebenslang schuldig fühlte, bietet der Film nicht nur einen hervorragenden Einblick in die Schul- und Internatswelt des besetzten Frankreichs, sondern stellt auch die Frage nach der Verantwortung jedes Einzelnen – auch eines Kindes oder Heranwachsenden – für das Weltgeschehen. So lässt sich die zentrale Problematik des Films – über den historischen Kontext hinaus – ohne Weiteres auf die heutige Lebenswelt Jugendlicher übertragen: Inwiefern bin ich als Mensch mitverantwortlich für das, was in der Welt passiert? Das Anliegen dieser Unterrichtsreihe ist es, der Vielfalt der historischen Referenzen ebenso gerecht zu werden wie der Allgemeingültigkeit des zentralen Themas.