Ganzes Werk • Friedrich
Kreativer Umgang mit Texten
Was verbindet Lehrbuchmüdigkeit mit der Weltmarktsituation? Wo ist ein Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Spanischunterricht zu sehen? Wodurch wird die Zukunft unserer Demokratie mitbestimmt? Was ist der Motor allen Fortschritts, ohne den auch die Kunst nicht denkbar wäre? Und schließlich: Wie können wir als Spanischlehrer dazu beitragen, dass unsere Schülerinnen und Schüler bei internationalen Vergleichsstudien besser abschneiden? Zitate von Persönlichkeiten, die in der Kreativität das wichtigste Kapital des rohstoffarmen Deutschland und den Garant unserer Zukunft sehen und zwar über alle politischen, beruflichen und persönlichen Grenzen hinweg, könnten hier fast endlos aufgeführt werden. Für den einen ist es ein Reizwort, für den anderen ein Modewort, bloße Hülle mit variabler Füllung. Für Volker Wernsing ist es fast schon ein Muss, in unserer Gesellschaft darüber zu verfügen; denn wegen der harten Konkurrenzsituation auf den Weltmärkten reichen seiner Meinung nach tradierte Kenntnisse und Fertigkeiten nicht mehr aus, um rentable Waren und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Konsequenz: Auch wir als Lehrer sind gefordert, unsere Schüler entsprechend zu trainieren. Aber gerade im Spanischunterricht? Ja, ganz besonders – denn: Kreativität ist nicht in erster Linie eine Qualifikation für den Arbeitsmarkt, die wir nun mühsam neben all’ unseren anderen Aufgaben noch zusätzlich vermitteln sollen, sondern kreatives Arbeiten unterstützt gerade im Fremdsprachenunterricht durch das Ansprechen mehrerer Sinneskanäle die Behaltensleistung und macht im Allgemeinen sogar noch Spaß – und der Stolz auf ein selbst gestaltetes Sprachprodukt ist insbesondere in der häufig beklagten Phase der Lehrbuchmüdigkeit oder bei der Behandlung von Langtexten ein nicht zu verachtender Aspekt. Nur – ist Kreativität denn ‚erlernbar’ bzw. ‚lehrbar’? Kann man wirklich die Aufgabe ‚seid mal kreativ!’ so stellen? Oder ist die Fähigkeit nur ganz speziellen Talenten vorbehalten? Dass es unterschiedliche Begabungen gibt, sei gar nicht in Frage gestellt, aber in der Fachliteratur zum Thema überwiegt eindeutig die Auffassung, dass jeder kreative Potenziale in sich birgt, die jedoch oftmals durch äußere Einflüsse gehemmt oder sogar verschüttet werden. Wir können unseren Schülern jedoch durch entsprechende Anregungen immer wieder die Möglichkeit geben, ihre schöpferischen Fähigkeiten zu erhalten oder ihre Hemmungen zu verringern, wenn nicht gar abzubauen. Als Hilfestellung will dieses Heft einige der vielen Ideen, die Kollegen bereits erfolgreich im Spanischunterricht erprobt haben, auch anderen zugänglich machen. Wir hoffen, dass für jeden etwas dabei ist: eine Verbrecherjagd in Madrid, der Duft von Prinzessinnen und der Gestank in der Metro, unvollendete Geschichten oder Rezepte für vegetarische Vampire; es wird gezeigt, wie man Textverständnis erspielen, sich bereits in der Lehrbuchphase an Spielfilme heranwagen oder interkulturelles Verständnis beim Ausfüllen von Sprechblasen fördern kann. Und nicht zuletzt ist unsere eigene Kreativität beim Umsetzen unserer Ideen in die Unterrichtspraxis gefordert.
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Spanisch
5.-13. Klasse
Sekundarstufe
8 Einheiten
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