Jenny Erpenbecks Roman "Heimsuchung" ist erwachsen aus einer belastenden Erfahrung der Autorin – den Restitutionsansprüchen ehemaliger Eigentümer gegenüber dem Haus, von dem Erpenbeck dachte, ihre Familie sei die Eigentümerin. Das Buch ist weder eine Dokumentation noch ein Geschichtsbuch, sondern ein Roman, der aus der Perspektive unterschiedlicher Bewohner eines Hauses über Heimat und Verlust, Völkermord und Krieg, Vergangenheitsbewältigung und -verdrängung erzählt. In dieser Reihe setzen sich die Lernenden mit dem komplexen Roman auseinander, indem sie diesen strukturell und inhaltlich analysieren, mit Fokus auf die Ereignisse im Dritten Reich, im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit bis 1951.