Einen weiteren NS-Kriegsverbrecher behandelt Heinar Kipphardts (1922-1982) Dokumentartheatertext „Bruder Eichmann“ (1982). Darin setzt sich der neben Peter Weiss bedeutendste Vertreter der bundesdeutschen Dokumentarliteratur mit dem nationalsozialistischen Massenmörder Adolf Eichmann auseinander. In dessen Aussagen sah Kipphardt die Möglichkeit, faschistisches Denken beispielhaft als Modell eines unkritischen Funktionierens in verbrecherischen Strukturen vorzuführen. „Bruder Eichmann“ lässt sich einzeln wie auch mit Blick auf thematische, dokumentarästhetische und historische Parallelen ergänzend zum Faktenroman „Das Verschwinden des Josef Mengele“ lesen.