Schillers Drama „Die Räuber“ lässt sich als Familientragödie lesen: Ein Vater und seine beiden Söhne sind gefangen in einem unlösbaren Konflikt. Die Blindheit des Vaters und das destruktive Handeln der Söhne bewirken die Katastrophe: Liebesverlust und Zurücksetzung lösen Eifersucht, Wut und Rachegefühle aus, zerstören Bindungen, führen zu Einsamkeit und Tod. Verstrickt in Intrigen und Verbrechen, tragen alle Beteiligten einen Teil der Schuld. – Am Beispiel der Beziehungsmuster im Drama lässt sich untersuchen, was es heißt, „ohne Vater zu sein“. Im Zentrum der Reihe steht damit ein Thema, das für viele Heranwachsende Bedeutung hat: Im Spiegel der „Räuber“ betrachten die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Beziehung zum Vater und erforschen das väterliche Prinzip.