Wird die Konferenz, zu der die Ministerpräsidenten aller vier Besatzungszonen am Abend des 5. Juni 1947 in München zusammengekommen sind, stattfinden? Oder scheitert sie bereits vor ihrem Beginn, weil man sich nicht auf die zu verhandelnden Tagesordnungspunkte einigen kann? Dies ist die Problemsituation, die die Lernenden klären sollen – in Form eines Rollenspiels. Sich in die Situation der Zeitgenossen zu versetzen, ihre Handlungsmöglichkeiten und -grenzen zu erkennen (Fremdverstehen) ist ein genau so zentrales Ziel historischen Lernens wie Entscheidungen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu können (Multiperspektivität). 60 Jahre nach der Münchner Ministerpräsidentenkonferenz übernehmen Schülerinnen und Schüler die Rollen von real Beteiligten und erkennen im Vertreten eigener Absichten und in Auseinandersetzung mit anderen Interessen ihre Entscheidungsspielräume.