Gerhart Hauptmanns Bahnwärter Thiel (1888) zählt zu den bedeutendsten Werken des Naturalismus. Im Fokus der Erzählung steht Thiel, ein Bahnwärter, der exzessiv um seine verstorbene Frau, mit der er einen Sohn hat, trauert, jedoch noch einmal heiratet. Nachdem sein Sohn bei einem Unfall stirbt, beschuldigt er seine zweite Frau und tötet sie wie auch das gemeinsame Baby. Thiels Geschichte endet in der ‚Irrenabteilung‘ der Charité. Die Geschichte fußt u. a. auf Erfahrungen des Dichters während seines Lebens am Rand von Berlin.