Ganzes Werk • eDidact • von Dr. Benedikt Descourvières
Alfred Andersch – Die Kirschen der Freiheit
Mit seinem 1952 veröffentlichten autobiografisch geprägten Berichtsroman „Die Kirschen der Freiheit“ platzierte Andersch einen Literatur-Knüller, der die Öffentlichkeit der jungen Bundesrepublik aufrüttelte und eine kontroverse Debatte in der Literaturkritik auslöste. Inmitten eines Klimas, in dem Bundesregierung und Gesellschaft nach Kräften die Nazi-Diktatur vergessen machen wollten, gelang Andersch mit seinem Bekenntnis zu seiner Desertion und gegen den militärischen Wertekanon der literarische Durchbruch als Erfolgsautor. Bei diesem Berichtsroman handelt es sich um die bekannteste deutschsprachige Literarisierung von Desertion. Er lässt sich als wertvolles zeithistorisches Zeugnis einer kritischen Auseinandersetzung des freien und denkenden Individuums mit den Mechanismen und Argumentationsfiguren der faschistischen Diktatur lesen. Anderschs literarischer Appell an die Menschen, sich ihrer Möglichkeiten und ihrer ethischen Verpflichtung zur reflektierten Entscheidung inmitten vorgegebener (Gewalt-)Verhältnisse bewusst zu werden, steht in direktem Zusammenhang mit dem pädagogischen Programm einer Erziehung der Jugend zu mündigen Menschen.
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Deutsch
11.-13. Klasse
Sekundarstufe
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