Unterrichten 2.0 mit Pinterest

37. Pinterest

Soziale Netzwerke boomen weiterhin. Das wird nicht nur an den weltweit wachsenden Nutzerzahlen von Social-Media-Plattformen wie Facebook deutlich, sondern auch an den zahlreichen Webseiten, die stetig dazu kommen.

Da wir immer nach innovativen Lösungen suchen, die ReferendarInnen und LehrerInnen den Unterrichtsalltag und die Unterrichtsvorbereitung erleichtern, sind wir auf „Pinterest“, ein Tool zum Teilen von Bildern und Videos, aufmerksam geworden. Besonders in den amerikanischen Medien wurde in den letzten Wochen und Monaten über die neue Social-Media-Plattform berichtet. In Deutschland ist Pinterest noch eher unbekannt. Doch schaut man sich die wachsenden Nutzerzahlen in den USA an, wird der Hype sicher auch bald nach Europa überschwappen.

Dass Pinterest mehr als nur eine der vielen Plattformen ist, auf denen man Bilder posten kann – wie beispielsweise Tumblr –, wollen wir Ihnen heute zeigen. Denn Pinterest eignet sich hervorragend für den Unterricht, die Unterrichtsvorbereitung und den Austausch zwischen LehrerInnen und ihren SchülerInnen durch das Posten von Bildern, Videos, Zitaten, Infografiken u.v.m. Da SchülerInnen Informationen schneller aufnehmen, wenn zusätzlich ihre visuellen Sinne angesprochen werden, kann Pinterest beim Lehren und Lernen helfen.

Wie also können Sie den Unterricht mit Pinterest interessanter und unterhaltsamer gestalten? Wir haben ein paar Tipps für Sie aus den zahlreichen Artikeln, die dazu bereits erschienen sind, gesammelt.

Motivation // Unterrichtsvorbereitung/-nachbearbeitung // Unterrichtsgestaltung // Medienkompetenz // Hausaufgaben // Interaktion und Spaß

Motivation

Schüler für den Unterricht zu begeistern, ist eine der schwierigsten Aufgaben der LehrerInnen und ReferendarInnen. Während manche SchülerInnen auch ohne große Hilfestellungen von Beginn an das Wissen förmlich aufsaugen, brauchen andere von Zeit zu Zeit einen motivierenden Einstieg. Da das Internet mittlerweile eines der meistgenutzten Medien der jungen Menschen heutzutage ist, sind sie in der Regel äußerst dankbar darüber, wenn dies von den LehrerInnen und ReferendarInnen in das Unterrichtsgeschehen integriert wird. Die Nutzung von Pinterest bietet den SchülerInnen dabei die Möglichkeit, sinnvollen und handlungsorientierten Umgang mit dem Internet zu erlernen.

Mit Pinterest können Ihre SchülerInnen beispielsweise ihre Ideen für längerfristige Projekte oder Unterrichtseinheiten einbringen. Durch einen derartigen Einbezug in die Unterrichtsgestaltung kann sich die Bereitschaft, am Unterricht teilzunehmen, erhöhen. Die Plattform bietet Ihren SchülerInnen die Möglichkeit der kreativen Unterrichtsgestaltung.

Unterrichtsvorbereitung/-nachbereitung

Eine gute Vorbereitung ist die Basis für einen funktionierenden, interessanten und abwechslungsreichen Unterricht. Improvisation kann spannend sein, aber einen Plan zu haben, wie man Wissen vermitteln möchte, schlägt jedes Improvisationstalent. Auch hier kann Pinterest ein kreatives Plus darstellen.

Über Pinterest können sich LehrerInnen und ReferendarInnen Ideen für ihren Unterricht holen, sei es zu bestimmten Themen oder zu Unterrichtsmaterialien und -produkten. Sie können außerdem ihren eigenen Unterricht filmen und für andere Lehrende zugänglich machen, die sich über Lehrmethoden informieren, durch Experimente (im Physik- oder Chemieunterricht) oder Aufführungen (beispielsweise in der Theater-AG) inspirieren lassen möchten.

Ein anderes Beispiel für den Deutsch-Unterricht: Sie können Ihre SchülerInnen in Vorbereitung auf Rechtschreib-Lektionen die Hausaufgabe aufgeben, Schreibfehler auf (öffentlichen) Schildern, Plakaten oder Werbetafeln zu fotografieren und auf Pinterest zu posten. Die SchülerInnen werden mit großer Wahrscheinlichkeit begeistert sein, die Hausaufgaben beim Spaziergang während ihrer Freizeit erledigen zu können.

Unterrichtsgestaltung

Wir waren alle mal SchülerInnen und können daher aus Erfahrungen sagen: Am besten haben wir gelernt, wenn es der Lehrkraft in der jeweiligen Stunde gelang, uns für das Thema zu begeistern. Kreative und innovative Wissensvermittlung kann den LehrerInnen eine große Hilfe sein. Pinterest eignet sich hervorragend als Mittel und Anstoß für kreative Ideen.

Eine Möglichkeit der Unterrichtsgestaltung mit Pinterest ist Tutorials für den Physik- oder Chemieunterricht in der Klasse anzuschauen und diese nachzuahmen. Experimente machen nicht nur Spaß, sie vermitteln das Wissen auch leichter. Auch Sprachen lassen sich beispielweise durch einfache Videos lernen, man denke hier an Kochanleitungen und Rezepte, die zu Hause ausprobiert und am nächsten Tag mit in die Schule gebracht werden können. Als Hausaufgabe könnten Ihre Schüler selber nach Anleitungen und Tutorials im Netz suchen, um diese dann in der nächsten Stunde der Klasse vorzustellen.

Pinnen kann Teil des Unterrichts sein. Auf einer gemeinsamen Klassen-Pinnwand können Bilder und Videos zu einem bestimmten Thema gepostet oder Geschichten erzählt werden; auch Brainstorming fällt mit einem Medium leichter, dass den Gedankenfluss der SchülerInnen adäquat wiederspiegeln kann, zum Beispiel durch Bilder oder Videos. Dabei könnten die SchülerInnen erklären, warum sie ein Bild oder ein Video gewählt haben und wie es zu dem Thema passt. Die SchülerInnen werden so zu mehrdimensionalem Denken angeregt. Dabei können sie über die gepinnten Sachen diskutieren und sich dabei gleichzeitig gegenseitig inspirieren. Zudem bauen sie so zusammen in der Klasse eine riesige visuelle Materialsammlung auf.

Auch für die Vorbereitung auf einen Vortrag seitens der SchülerInnen und während des Vortrages selbst kann Pinterest eine Arbeitserleichterung darstellen. Auf Bilder und Videos kann schnell und übersichtlich zugegriffen werden; so kann es auch nicht mehr passieren, dass die SchülerInnen (und auch die LehrerInnen und ReferendarInnen) den USB-Stick, auf dem die Daten liegen, zu Hause vergessen. Denn auf Pinterest liegen die Daten – in welcher Größe auch immer – jederzeit bereit und sie können von jedem Rechner aus abgerufen werden.

Medienkompetenz

Mit Pinterest lässt sich einer der wichtigsten Kompetenzen in unserem Medien-Zeitalter an SchülerInnen vermitteln: Medienkompetenz. Der Umgang mit den Medien, wie sie auf die Menschen einwirken, sie beeinflussen und formen, sollte ein wichtiger Faktor im Unterricht sein. Denn nicht immer geben Medien die Welt wieder, wie sie ist. Sie zeigen nur Ausschnitte, betrachten oft nicht den größeren Zusammenhang und verzerren im schlimmsten Fall die Realität. Der Konsum von TV-Formaten, Filmen, Videos im Internet und auch Artikel in Zeitungen und Zeitschriften sollte im Unterricht reflektiert werden. Im besten Fall lernen SchülerInnen im Unterricht, wie man Medien reflektiert rezipiert. Pinterest kann hier Hilfestellung zur Reflexion geben.

Eine Beispiel für den Sozialkunde- oder Politik-Unterricht: Pinnen Sie Bilder oder Videos auf eine Pinnwand und lassen Sie Ihre SchülerInnen diese einordnen. Wie wirken die Bilder/Videos auf die SchülerInnen? Welche Aussagen nehmen sie mit? Sind beispielsweise Nachrichten sachlich und informierend gehalten oder fehlt ein wichtiger Sachverhalt bzw. sind sie subjektiv gefärbt? Wie passen die Bilder, die in einer Nachricht gezeigt werden, mit den Informationen, die gegeben werden, zusammen? Oder untersuchen Sie mit Ihren SchülerInnen die Fotos, die einen Artikel begleiten. Passen sie zusammen, erzählen die Bilder etwas anderes oder sind sie sogar digital bearbeitet, um etwas zu verschleiern? Sie haben so viele Möglichkeiten mit Ihren SchülerInnen die Medien kritisch zu betrachten und ihre Medienkompetenz zu fördern.

Hausaufgaben

SchülerInnen fürchten Hausaufgaben. Egal ob Übersetzen von Texten, Vokabeltraining oder Rechenaufgaben. Wenn alle SchülerInnen einer Klasse mal geschlossen Hausaufgaben gemacht haben, darf man das schon als historisches Ereignis bezeichnen. Um diesen Missstand zu verkleinern, kann durch Pinterest das Interesse der SchülerInnen am Unterricht und am Lernerfolg geweckt werden. Dabei hilft nicht nur ein kreativer Unterricht, sondern auch der Ansporn der SchülerInnen außerhalb der Schule zu lernen. Dabei können kreative Hausaufgaben helfen.

Mit Pinterest ließe sich ganz einfach ein grafisches Tagebuch anfertigen, das zu bestimmten Themenbereichen mit Bildern, Zitaten, Collagen und Videos erstellt werden kann. So können die SchülerInnen kreativ sein, etwas über ein Thema lernen und gleichzeitig mit dem Medium arbeiten, mit dem sie vertraut sind.

Auf Pinterest-Seiten zu den verschiedenen Fächern können Sie Videos oder Bilder pinnen, die den SchülerInnen das Lernen erleichtern, beispielsweise einfache Musik-Videos und Comics für den Sprach-Unterricht oder Links zu Browser-Spielen, bei denen die Schüler zu logischem Denken und Finden von kreativen Lösungen angeregt werden.

Interaktion und Spaß

Anhand der verschiedenen Pinterest-Seiten der SchülerInnen, ReferendarInnen und LehrerInnen können die Klassen gemeinsame Interessen und Vorlieben entdecken und teilen.

Am Ende eines Tages oder einer Woche können Sie Pinterest benutzen, um die Stimmung zu lockern oder sich mit ihren SchülerInnen auf das Wochenende vorzubereiten. In der Stunde können die SchülerInnen ihre Pläne für das Wochenende an eine „Wochenend“-Pinnwand pinnen, beispielsweise in Form von Film-Trailer oder Bilder, die ein Ausflugsziel zeigen oder eine Unternehmung symbolisieren. Sie können auch Traum-Klassenräume mit Hilfe kreieren oder einen Klassenausflug in eine Stadt planen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, wie Sie Pinterest für den Unterricht nutzen können. Probieren Sie es doch mal aus und berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen!

Weiterführende Links

Wir halten weiterhin Ausschau nach spannenden Tools, die den Unterricht bereichern und bei der Vorbereitung helfen. Deshalb sind wir immer offen für alle Vorschläge und Hinweise auf innovative Plattformen.

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