Manuela, Referendarin in Karlsruhe, über Unterrichtsmaterial und den Berufswunsch "Lehrer/-in"

Barbora Veröffentlicht am
46. Berufswunsch Lehrerin

STECKBRIEF

Name: Manuela Alter: 26 Jahre Aus: Freiburg Studienort: Uni Heidelberg Studienart: Mathematik und Geographie für das Lehramt am Gymnasium Referendariat: am Seminar in Karlsruhe seit Januar 2012 Hobbies: Sport Sport Sport, Lesen, Backen, Reisen

Wie ist es dazu gekommen, dass du auf Lehramt studiert hast? Wolltest du schon immer Lehrerin werden?

Während meiner Schulzeit wollte ich von der Kinderärztin bis zur Juristin irgendwann einmal alle klassischen Berufe ergreifen. Nachdem die Entscheidung für das Lehramt getroffen war, war auch klar, dass es das Gymnasiallehramt sein sollte. Etwas schwieriger fiel mir hingegen die Fächerwahl: Ein Hauptfach sollte es sein und da kam für mich nur Mathe in Frage. Mein zweites Fach war etwas komplizierter zu finden und bedurfte auch etwas mehr Zeit. Eigentlich wollte ich Biologie studieren, aber mir wurde schnell bewusst, dass der Schulstoff in der Mittel- und Unterstufe in diesem Fach kein persönliches Interesse bei mir weckt. So kam ich zur Geographie und habe diese Wahl bis heute kein einziges Mal bereut.

Was reizt dich an dem Beruf der Lehrerin?

Mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu arbeiten. Zu sehen, wie sie sich über viele Jahre entwickeln und verändern. Ich finde es spannend zu sehen, wie unterschiedlich die verschiedenen Klassenstufen am Gymnasium sind. Jede für sich bringt ihre besonderen Freuden und Herausforderungen mit sich. Auch am Gymnasium passiert so viel neben der Stoffvermittlung, was den Beruf spannend hält.

Wie bereitest du dich auf deinen Unterricht vor? Welche Medien benutzt du?

Da ich noch ganz am Anfang meines Referendariats stehe, trete ich in sehr engen Austausch mit meinen Mentoren und Betreuern. Zunächst mache ich mir meine eigenen Gedanken und sammle mit Hilfe des Schulbuchs Ideen für den Unterricht. Öfters lande ich auch im Internet und befrage Google oder spreche mit Mitreferendaren. Danach steht sowas wie eine grobe Unterrichtsverlaufsskizze, die dann mit den entsprechenden Lehrern besprochen und verändert wird. Bei der Jagd nach Material bin ich momentan noch eng am Schulbuch und dessen Begleitmaterial wie Service-CD oder passenden Arbeitsheften. In Geographie werfe ich außerdem sehr gerne einen Blick in die schuleigene Sammlung (dort finden sich Karten, Atlanten, ein topographischer Globus, Folienbände, Gesteinsproben und vieles mehr) oder in die didaktisch aufbereiteten Fachzeitschriften. Auch in Mathe haben wir solch eine kleine Sammlung, von der ich bisher aber weniger Gebrauch gemacht habe.

Wie sieht es aus mit der Digitalisierung von Unterrichtsmaterial?

Da man als Anfänger bei Null beginnt und keine fertigen Stundenvorbereitungen aus dem Schrank zaubern kann, schließen wir Referendare uns untereinander zusammen. Über verschiedene Systeme geht der Austausch via Internet superschnell und problemlos. Jeder kann seine Unterrichtsentwürfe und passende Materialien dem anderen frei verfügbar machen. Das Prinzip basiert auf Geben und Nehmen.

Ansonsten habe ich wenig Erfahrung mit digitalisiertem Material, das nicht aus dem Bekanntenkreis stammt. Dies liegt vor allem daran, dass aufgrund des Schutzes von Urheberrechten vieles, was praktisch ist oder wäre, schlichtweg nicht erlaubt ist. Die Diskussionen brodeln permanent im Seminar und werden immer mal wieder aufgekocht.

Welche Vorteile und Nachteile hat deiner Meinung nach Unterrichtsmaterial, das digitalisiert wurde (im Vergleich zu gedrucktem Material)?

Klarer Vorteil für mich ist, dass man nicht diese Massen von Papierbergen zu Hause anhäuft und dank geschickten Suchfunktionen schnell zum gewünschten Ziel gelangen kann. Ein Nachteil für mich persönlich ist, dass ich das Lesen und Durchsehen von gedrucktem Material angenehmer empfinde als auf dem Laptop.

Generell kann nicht-eigenes Material dazu verführen, es ohne große eigene Überlegungen im Unterricht einzusetzen. Bei erfahrenen Lehrern ist dies sicher weniger problematisch, aber als Anfänger birgt es gewisse Gefahren, da man noch nicht über die nötige Flexibilität im Stoff verfügt und außerdem nicht immer zielsicher einschätzen kann, ob das Material auch für die eigene Klasse mit ihrem Vorwissen passt.

Was erschwert momentan die Unterrichtsvorbereitung und was würde die Arbeit von Lehrern erheblich erleichtern?

Ich denke, dass es mittlerweile schon recht viele Vorbereitungshilfen gibt. Schwierig ist es in dem ganzen Materialen-Dschungel einen Überblick zu behalten. Vermutlich hilft da am besten Pragmatismus und sich auf zwei bis drei Bücher/Hefte/Internetadressen/etc. pro Thema zu beschränken. Sonst sieht man schnell vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

Wie siehst du die Zukunft der Unterrichtsvorbereitung?

Am Laptop, also digital. Ich wünsche mir noch mehr neue Medien im Unterricht. Das heißt konkret: Mehr Whiteboards/SMARTBoards für einen interaktiven Unterricht, die digitale Schulmappe, damit Schüler und Lehrer nicht immer den XXL-Rucksack mit sich herum schleppen müssen und mehr Visualizer, damit das Folienziehen ein Ende hat. Ich sehe in diesen Medien die Chance, dass Unterricht praktischer sein wird und die Papiertonne etwas leerer wird. Gleichzeitig wird auch die Vorbereitung leichter und flexibler, gerade weil man so von einem x-beliebigen Ort direkt auf seine Materialen zugreifen kann und nicht zu Hause am Schreibtisch zu sitzen braucht.

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