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Fake News und Medienkompetenz in der Schule

Wissenschaftler der Stanford-University fanden heraus, dass ein Großteil der Jugendlichen nicht zwischen Tatsachen und Fake News unterscheiden können. Doch wo kommen diese Falschmeldungen eigentlich her und wie können sie schnell erkannt werden?

Reißerische Schlagzeilen, Clickbaiting, Lügenpresse – es sind keine einfachen Zeiten für den Journalismus. Durch die aufflammenden Debatten in den Medien, könnte man schnell den Eindruck gewinnen, dass es sich bei den Fake News um ein Produkt der letzten Jahre handelt. Dabei sind falsche Nachrichten lediglich durch die Beschleunigung des Internets ins Zentrum unserer heutigen Aufmerksamkeit gerückt und in Wahrheit wohl so alt wie der Journalismus selbst.

Was sind Fake News?

Der Begriff “Fake News” erschließt sich recht schnell anhand der Bezeichnung. Es handelt sich dabei einerseits um Falschmeldungen, das heißt Nachrichten, bei denen es sich schlichtweg um Lügen handelt. Der Begriff wird jedoch andererseits von teilweise populistischen PolitikerInnen und deren Unterstützern genutzt, um JournalistInnen und Medien konträrer Meinungen zu diskreditieren. Den traurigen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung wohl mit dem Wahlsieg Donald Trumps, welcher diesen Begriff als Kampfansage gegen kritische JournalistInnen angewandt hat.

Diskreditierung durch Fake News – Vorwürfe etablieren „Gegenöffentlichkeit“

Die Diskreditierung von abweichenden Meinungen und die damit einhergehende Schaffung einer “alternativen Realität” findet ihren Ausdruck in Begriffen wie “Gegenöffentlichkeit” oder “alternativen Fakten”. Letzterer wurde im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft von einer Beraterin Donald Trumps etabliert und 2017 in Deutschland zum “Unwort des Jahres” gewählt.

Problem ist, dass selbst durch einen gründlich recherchierten Faktencheck die bereits in der öffentlichen Meinung etablierten Bilder nur schwer revidiert werden können. Das heißt selbst wenn sich JournalistInnen gründlich mit den vermeintlichen “Fakten” auseinandersetzen und diese sich als schlichtweg falsch herausstellen, sind in der Öffentlichkeit bestimmte Bilder und Assoziationen geschaffen, welche sich nicht so schnell beseitigen lassen. Dies ist einer der Gründe für den Erfolg populistischer Agitatoren und Medien.

Sensibilisierung der SuS im Unterricht

Es ist daher grundsätzlich wichtig, Fake News im Unterricht zu thematisieren. Vor allem junge Menschen glauben häufig ungeprüft die präsentierten Nachrichten zweifelhafter Medien. Teilweise übt das offene Preisen einer “alternativen Berichterstattung” auch einen gewissen Reiz aus, da der Eindruck eines geheimen Wissens erweckt wird, das nicht allen Menschen zugänglich ist. Ein Prüfen der Vertrauenswürdigkeit von Quellen sollte daher vor allem in Zeiten der Allgegenwart von Internetmedien als grundlegende Technik vermittelt werden.

Dies kann beispielsweise im Rahmen der politischen Bildung passieren, auch ein Beleuchten von politischer Propaganda in totalitären Regimes der Vergangenheit können aufschlussreich sein. So wird eine kritische Reflexion über das Gelesene gefördert. Denkbar ist natürlich auch eine Analyse journalistischer Texte im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht.

Fake News erkennen

Problematisch ist, dass viele junge Nutzer in sozialen Medien dazu tendieren Blogs und Medienportale, welche persönliche Interpretation von Fakten als Tatsachen präsentieren, für journalistisch verlässliche Quellen zu halten. Doch wie kann ein sicherer Umgang mit vermeintlich faktischen Meldungen aus dem Internet vermittelt werden?

Prüfen der Quelle

Zunächst sollte sich kritisch mit der Quelle des Artikels auseinandergesetzt werden. Handelt es sich nicht um die Internetpräsenz eines etablierten Nachrichtenmagazins, sollte ein Blick ins Impressum der Website oder des Blogs gewagt werden. Fehlt ein/e AnsprechpartnerIn, ist dies ein erstes Indiz dafür, dass der Artikel wenig vertrauenswürdig ist. SuS sollten ebenfalls lernen die Nachricht einem politischen Spektrum zuordnen zu können, was die Motivation und Weltsicht hinter dem Geschriebenen erkennen lässt.

Faktencheck

Ein Überprüfen zweifelhafter Fakten sollte ebenfalls erfolgen. Berichten andere Quellen in vergleichbarer Weise darüber oder werden gegenteilige Meinungen präsentiert? Gibt es überhaupt Medien, welche ebenfalls über das Ereignis berichteten? All dies sollte vor allem bei einem kontroversen Artikel geprüft werden.

Überprüfen der Bilder

Können die für den Artikel verwendeten Bilder in einen direkten Zusammenhang mit der präsentierten Geschichte gebracht werden? Besonders aufmerksam sollte man vor allem bei nachträglich manipulierten Bildern und Stockfotos sein.

Richtige URL?

Selten nutzen Verbreiter von Fake News leicht abgewandelte Formen von URLs bekannter Nachrichtenmagazine und etablierter Blogs. Daher lohnt sich manchmal auch ein genauer Blick auf die URL der Quelle.

Die kritische Auseinandersetzung mit Medien gehört zur grundlegenden Bildung und sollte nicht vernachlässigt werden. Es ist wichtig, dass jeder in der Lage ist, die größten Zeitungen des Landes einem politischen Spektrum zuzuordnen, um für sich eine eigene Meinung bilden zu können. Um euch bei der Vermittlung dieser Kernkompetenz zu unterstützen, haben wir bei meinUnterricht natürlich das passende Material zum Thema Fake News und Medienkompetenz im Allgemeinen. Auch ein paar grundlegende Materialien zur Auseinandersetzung mit dem Medium Zeitung findet ihr natürlich ebenfalls auf unserer Plattform.