Wie finde ich einen gesunden Umgang mit Stress?

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Die Berufskleidung der LehrerInnen: Das Nervenkostüm. Ist’s zu dünn, so wird man krank. Löcher werden notdürftig bis zu den nächsten Ferien gestopft. Gerade ein Schulstart mit Corona-Maßnahmen schreit viel mehr nach einem dicken Fell.

“Hey, hat jemand mein Nervenkostüm gesehen?”

Bei all den schönen Momenten als LehrerIn ist es – so ehrlich darf man sein – ein stressiger Beruf. Vielleicht auch gerade, weil es für viele mehr eine Berufung als ein Beruf ist. Wir haben mit zwei Lehrerinnen gesprochen um herauszufinden, wie sie einen gesunden Umgang mit Stress gefunden haben und wie dieser aussieht.

Herausforderungen für LehrerInnen: Die Liste wächst…

Die Sommerferien sind vorbei und der Schulalltag ist zurück. Obwohl, kann man eigentlich von Alltag sprechen, wenn doch nichts alltäglich und planbar scheint? Musste man im letzten Schuljahr von heute auf morgen zum Digitalexperten werden, so haben LehrerInnen ab diesem Schuljahr eine ganz neue Sonderaufgabe: Hygiene-WächterIn. Hinzu kommen viele neue Unsicherheiten. Waren der Schnupfen der Schulkinder im Herbst oder ein leerer Seifenspender auf der Schultoilette bisher eher kleine Probleme des Schulalltags, so lösen diese Situationen heute einen ganz neuen Rattenschwanz an Aufregung und vor allem eine höhere Dringlichkeit aus.

Auch Nicole, Klassenlehrerin einer vierten Klasse, spürt diesen neuen Druck. „Zur Zeit würde ich sagen, dass die Einhaltung der Corona Regeln und Verordnungen mir den größten Stress verursacht. Man hat auch in den Pausen kaum Kontakt zu den Kollegen und keinen Ruhepol oder kurze Rückzugsmöglichkeiten innerhalb eines Schulvormittages.“

Echte Pausen, um Kraft zu schöpfen und die den Raum für Austausch bieten, sind essentiell. Das gilt zwar über alle Berufsfelder hinweg, doch insbesondere für LehrerInnen sind Auszeiten wichtig. Sie müssen mit einem hohen Lärmpegel und vielen kunterbunten Fragen, Ansprüchen und Emotionen umgehen, die mitunter auch mal alle auf einmal an sie herangetragen werden. Heike unterrichtet an einer Grundschule Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. Ihre größte Herausforderung im Berufsalltag aktuell? Es ist die „Heterogenität der Kinder mit ihren unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Lernvoraussetzungen und der Anspruch, möglichst vielem davon gerecht zu werden.“ 

Der LehrerInnenalltag ist geprägt von jener Fülle an Eindrücken, unterschiedlichen Charakteren und die daraus resultierende Erwartungshaltung, die man als LehrerIn oftmals an sich selbst stellt.

Schaut man sich offizielle Studien an, so gelten die Punkte Lehrkräftemangel, Inklusion sowie bürokratische Aspekte sowie der Austausch und Umgang mit den Eltern als die größten Herausforderungen im Berufsalltag.

Fassen wir zusammen: Aktuell drängt sich Corona auf der Stressliste ganz nach oben. Generell ist es die wichtigste Aufgabe der LehrerInnen, trotz großer Unterschiede, alle Kinder pädagogisch abzuholen. Ist dies innerhalb des Klassenzimmers gemeistert, schweben noch immer Lehrkräftemangel und Fragen der Inklusion im Raum herum, während der Elternsprechtag gefühlt das ganze Schuljahr über andauert. Manche Dinge kann und sollte man nicht kleinreden: Das ist ein echter Berg an Herausforderungen. Um sich davon nicht überrollen zu lassen, ist es wichtig, einen gesunden Umgang mit dem Thema Stress zu finden.

Bei der Suche nach einem gesunden Umgang mit Stress, ist es wichtig sich vor Augen zu halten: Stress ist nicht per se negativ. Ein aktives Leben voller Herausforderungen kann auch erfüllend sein. Doch wenn der mentale und emotionale Druck zu hoch wird, ist es wichtig, Methoden zu finden, um besser damit umgehen zu können. Denn dann kann der Stress uns schaden. Er lenkt uns von all den Dingen ab, die uns eigentlich am wichtigsten sind. Er schmälert unsere Freude am Leben. Und im Extremfall kann er sogar körperlich krank machen. Ein Weg hin zum gesunden Umgang kann die Achtsamkeit und Meditation sein.

Wie finden wir einen gesunden Umgang mit Stress?

Wie finden wir also einen Weg, in uns zu ruhen und die Batterien wieder aufzuladen? Wie schaffen wir es Ausgeglichenheit ins eigene Leben zu bringen – ob vor der Klasse oder im Privaten? Wie nehmen wir dem Stressmonster die Macht, die es über uns hat? Die gute Nachricht ist: Das Rüstzeug, um dem Stressmonster entgegen zu treten, haben wir bereits alle in uns. Denn was es braucht, ist ein achtsamer Umgang mit uns selbst. Was diese Achtsamkeit ist? Achtsamkeit ist die offene und akzeptierende Haltung gegenüber dem, was man in diesem Moment tut oder fühlt. Es geht darum absolut im Hier und Jetzt zu sein und eine Situation mit allen Sinnen wahr- und anzunehmen – anstatt sie vorschnell zu verurteilen oder mit den Gedanken in der Vergangenheit oder Zukunft zu hängen.

Eine Form von Achtsamkeit: Die Meditation

Eine Möglichkeit um diese fokussierte Wahrnehmung des Moments zu üben, ist die Meditation. Beim Meditieren reagiert der Körper mit der so genannten “Entspannungsreaktion”. Dieser Zustand wirkt der Stressreaktion entgegen und bringt den Körper wieder ins Gleichgewicht. Puls und Blutdruck sinken, die Atmung verlangsamt sich. Man wird ruhiger, das System reguliert sich, und die negativen Auswirkungen von Stress werden langsam zurückgefahren. Meditation stärkt das Immunsystem und vor allen Dingen die Resilienz. Das bedeutet, dass uns herausfordernde Situationen nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen und wir unseren Gefühlen und Impulsen nicht ausgeliefert sind. So wie uns Sport körperlich fit und ausgeglichen macht, so funktioniert Meditation auf mentaler Ebene.

Auch Nicole meditiert seit eineinhalb Jahren regelmäßig. Inzwischen ist sie dazu übergegangen, nicht nur alleine, sondern auch mit ihrer Schulklasse zu meditieren. Auf die Frage hin, wie sich die Meditation auf sie als Privatperson aber auch als Lehrerin auswirkt, sagt Nicole: „Ich selbst komme mehr zur Ruhe und zu mir selbst. Ich möchte den Kindern vermitteln, dass sie sich selbst Ruhemomente und Pausen gönnen dürfen und können und dass Zeit mit sich selbst zu verbringen sehr wertvoll und heilsam sein kann.“ Auch Heike ist über ihre Yogapraxis schließlich zur Meditation gekommen. Was macht die achtsame Praxis mit ihr? „Ich ruhe in mir selbst und kann den Kindern mit Achtsamkeit begegnen. In stressigen oder herausfordernden Situationen reagiere ich weniger impulsiv und angemessener.“

Das achtsame Klassenzimmer

Deutschlands größte Meditations-App 7Mind hat ein Programm ins Leben gerufen, das LehrerInnen dabei unterstützt, einen gesunden Umgang mit Stress zu finden: Das achtsame Klassenzimmer. Das komplett kostenfreie Angebot enthält Meditationen und Entspannungsübungen, mit denen ein achtsamer Umgang mit Stress erlernt werden kann. Eine Meditation dauert gerade einmal sieben Minuten und passt damit in jeden noch so vollen Alltag. Zudem enthält das Programm neben praktischen Tipps und Hintergründen zu Achtsamkeit im Unterricht den Kurs Kids & Schule. Der Kurs wurde gemeinsam mit der renommierten Achtsamkeitsexpertin und Pädagogin Vera Kaltwasser konzipiert und ist speziell auf die Bedürfnisse von Kindern zwischen sechs und zehn Jahren ausgerichtet. Die Meditationen nehmen die Schülerinnen und Schüler mit auf kleine Gedankenreisen und bringen ihnen auf spielerische Weise bei, wie sie ihre Konzentration steuern und ihr Innenleben besser verstehen können. Auch diese Einheiten dauern nur wenige Minuten und können flexibel im Unterricht eingebunden werden.

Wir haben bei Nicole nachgefragt, welche Veränderung sie bei den Kids durch ihre gemeinsame Meditationspraxis beobachtet. „Im Unterricht selbst sind die Kinder noch sehr lebhaft und aktiv. Veränderungen bemerke ich besonders im sozialen Miteinander, denn die Kinder äußern sich zum Beispiel bei Problemen immer sehr behutsam und mit viel Mitgefühl und Bedacht, dem anderen gegenüber.“ Impulskontrolle, Mitgefühl und das Verstehen der eigenen Emotionen werden so von den Kindern schon viel früher erlernt, erforscht und so zu ganz selbstverständlichen Aspekten im Austausch mit anderen.

Und zu guter Letzt: Was gibt Nicole in ihrem Beruf Energie? „Ich liebe die Abwechslung und das Zusammensein mit meiner Klasse und dass kein Tag mit ihnen oder anderen Klassen so ist wie der vergangene. Die Kinder geben mir viel positiven Zuspruch und freundliches Feedback. Es macht mir riesige Freude mit ihnen zu lernen und aktiv zu sein, aber auch mit ihnen achtsame und ruhige Momente zu genießen.“ Liebe Nicole, das klingt nach einem Nervenkostüm ohne Löcher, das dich auch durch stürmische Zeiten bringt. Meditation begleitet Nicole, Heike und glücklicherweise auch immer mehr LehrerInnen durch das Privat- und Arbeitsleben. Es stärkt und erdet sie – und lässt das Nervenkostüm damit in bunten Farben strahlen 😉

Danke Nicole und Heike für die Einblicke, die ihr uns gewährt habt!



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