Gruppenarbeit leicht gemacht – 4 Methoden für den Unterricht

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Die Gruppenarbeit ist in der Schule eine beliebte Arbeitsform mit vielen Vorteilen. Hier stellen wir vier ausgewählte Methoden für den Unterricht vor, die sich für die verschiedensten Klassenstufen und Fächer – von der Grundschule bis zur sekundaren Oberstufe – eignen.

 

Gut geplant und angewendet hat die Gruppenarbeit viele Vorteile. Die Schülerinnen und Schüler (SuS) erarbeiten sich Wissen und lernen Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Sie wenden das Gelernte kommunikativ an und trainieren soziale Fähigkeiten wie Teamgeist, Rücksichtnahme und Toleranz. Je nach Thema, Lernziel und Eignung gibt es verschiedene Methoden der Gruppenarbeit. Hier stellen wir vier von ihnen vor.

 

Gruppenarbeit mit Schüler-Experten: Gruppen-Puzzle

Was ist es: In dieser Gruppenarbeit heißt es: Wer lehrt, der lernt. Ein Rahmen-Thema wird in gleichwertige Teil-Themen (bzw. Puzzleteile) zerlegt. Die SuS arbeiten sich als Experten in ein Teil-Thema ein und vermitteln sich dann in einer zweiten Phase gegenseitig ihr Expertenwissen weiter.

Schritt 1: Die Klasse wird in Stammgruppen aufgeteilt – abhängig von der Anzahl der SuS und der Anzahl der Teilthemen.

Schritt 2: Die Stammgruppen erhalten unterschiedliche, thematisch sich ergänzende Materialien.Sie verteilen untereinander die Arbeit auf die Gruppenmitglieder. In einer kurzen Einarbeitsphase machen sich die SuS mit ihren Texten vertraut.

Schritt 3: Die Stammgruppen lösen sich auf. SuS mit gleichen Texten finden sich in einer „Expertengruppe“ zusammen, um gemeinsam ihr Thema zu bearbeiten.

Schritt 4: Rückkehr in die Stammgruppe, die nun ein Mix aus verschiedenen Experten ist. Jeder Experte erläutert den anderen Mitgliedern seiner Gruppe nun sein Thema.

 

Gruppenarbeit mit verschiedenen Rollen: Fish Bowl

Was ist es: Die Fish-Bowl-Methode eignet sich zum Austausch und zur Diskussion von Ergebnissen der Gruppenarbeit. Dabei diskutiert eine kleine Gruppe von Teilnehmern im Innenkreis (im „Goldfisch-Glas“) das Thema, während die übrigen SuS in einem Außenkreis die Diskussion verfolgen.

Gruppenarbeit mit der Fish Bowl-Methode

 

Schritt 1: Zu einem strittigen Thema wird die Klasse in eine Pro- und eine Contragruppe aufgeteilt.

Schritt 2: Die Pro- und Contragruppen setzen sich zusammen und suchen nach Argumenten, die für oder gegen das strittige Thema sprechen.

Schritt 3: Einer (oder mehrere) Gruppensprecher werden benannt. Dazu kann man einen unparteiischen Moderator wählen, der darauf achtet, dass vorher definierte Regeln während der Diskussion eingehalten werden.

Schritt 4: Gruppensprecher, Moderator und die restlichen Gruppenmitglieder nehmen innerhalb der vorgesehenen Sitzordnung Platz (z.B. Hufeisen, Kreisform). Der Moderator liest die Regeln für die Diskussion vor.

Schritt 5: Die Vertreter der Gruppen legen ihre Position dar und verteidigen sie. Alle anderen sind stille, aktive Zuhörer. Will man sich als Außensitzender an der Diskussion beteiligen, setzt man sich auf einen der freien Stühle in das „Goldfisch-Glas“ und trägt sein Argument vor.

Schritt 6: Der Moderator beendet die Diskussion. Alle SuS können sich zuerst frei über den Verlauf der Diskussion äußern. Dann werden von der Lehrkraft gezielte Fragen zum Ergebnis und zum Ablauf der Runde gestellt.

Vorlagen: Rollenkarten und Signalkarten für GruppenarbeitVorlagen für Rollen- und Signalkarten gibt es u.a. in der meinUnterricht.de-Bibliothek. Hier können Sie sich anmelden und 5 Dokumente kostenlos herunterladen: www.meinunterricht.de/registrierung-basis

 

Gruppenarbeit in Kleingruppen: Karika-Tour

Was ist es: Mit der Gruppenarbeit Karika-Tour gewinnen die SuS einen Überblick über verschiedene Sichtweisen eines Gesamtthemas. Dazu werden mehrere Karikaturen im Klassenzimmer aufgehängt. In Kleingruppen betrachten die SuS die einzelnen Darstellungen und diskutieren darüber.

Schritt 1: Die Lehrkraft hängt 4-6 Karikaturen im Klassenzimmer auf und teilt die Klasse in Kleingruppen auf.

Schritt 2: Die Kleingruppen betrachten in einem Rundgang jede Karikatur und diskutieren sie anhand vorgegebener Fragen wie: Wie sieht der Karikaturist das Thema? Welches Problem spricht er an? Die Fragen stehen auf einem Laufzettel, der von jedem Gruppenmitglied ausgefüllt wird.

Schritt 3: Alle 2-3 Minuten wechseln die Gruppen zur nächsten Karikatur.

Schritt 4: Ist jede Gruppe mit dem Rundgang fertig, werden die Karikaturen abgehängt. Anhand eines Leitfadens bespricht jede Gruppe je eine Karikatur.

Materialempfehlung für die Gruppenarbeit Die Schüler üben in Kleingruppen das Interpretieren. Dieses und weitere Unterrichtsmaterialien gibt es in der meinUnterricht.de-Bibliothek. Noch nicht Mitglied? Hier können Sie sich anmelden und 5 Dokumente kostenlos herunterladen: www.meinunterricht.de/registrierung-basis

 

Kreative Methode für die Gruppenarbeit: Graffiti Steps

Was ist es: Mit Graffiti Steps zieht der frische Wind des Brainstormings in die Gruppenarbeit ein. Es zeichnet sich durch inhaltliche Offenheit aus und bringt die SuS dazu, Ideen und Antworten zu unterschiedliche Facetten eines Themas zu finden.

Schritt 1: Auf bis zu fünf Tische im Klassenzimmer werden große Papierbögen gelegt. Mittig auf jedem Bogen steht eine Frage bzw. ein Aspekt eines übergreifenden Themas.

Schritt 2: Pro Tisch kommt eine Lerngruppe zusammen. Wie bei einem Brainstorming schreibt daraufhin jedes Mitglied der Lerngruppe auf den großen Bogen seine Ideen und Gedanken zu dem definierten Themenaspekt. Wichtig: Die SuS müssen das allein und eigenständig machen.

Schritt 3: Gruppenwechsel nach 3-5 Minuten zum nächsten Tisch, um dort zum nächsten Thema zu „brainstormen“.

Schritt 4: Der Prozess wird fortgesetzt, bis jede Gruppe wieder an ihrem Ausgangs-Tisch zurück ist.

Schritt 5: Dort angekommen gehen die Gruppenmitglieder gemeinsam die auf dem Bogen stehenden Kommentare durch. Sie fassen diese zu Themenbündeln zusammen und präsentieren sie anschließend dem Rest der Klasse.

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